Bayer Aktie: Kurs legt seit Jahresbeginn 36 Prozent zu

Der vereinbarte Medikamentenverkauf bringt Bayer bis zu 375 Millionen Euro; der Abschluss hängt noch von behördlichen Genehmigungen ab.

Die Kernpunkte:
  • Stivarga-Verkauf am 21. September besiegelt
  • Vollzug für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen
  • Hybridanleihen über zwei Milliarden Euro begeben
  • Bayer-Aktie seit Jahresbeginn 36 Prozent höher

Mit dem vereinbarten Verkauf des Krebsmedikaments Stivarga setzt Bayer einen weiteren Schritt bei der Neuordnung des Portfolios um. Die Veräußerung an Grünenthal, die am 21. September besiegelt wurde, bringt dem Konzern bis zu 375 Millionen Euro ein. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.

Straffung des Pharmageschäfts

Die Transaktion umfasst das Präparat Regorafenib, das künftig zum Portfolio von Grünenthal gehört. Bayer trennt sich damit von einem etablierten Onkologie-Mittel, um die eigenen Ressourcen gezielter auf Kernbereiche auszurichten.

Parallel dazu treibt der Konzern Anpassungen im operativen Geschäft voran. Am Mittwoch führte Bayer in Deutschland eine Blisterverpackung aus Polypropylen-Monomaterial für Talcid ein, deren Marktstart schrittweise auf elf weitere europäische Länder ausgeweitet werden soll.

Im Agrarbereich beteiligte sich Leaps by Bayer am 17. September federführend an einer Serie-A-Finanzierungsrunde für das Entwicklungsunternehmen Robigo, das an biologischen Pflanzenschutzlösungen forscht.

Zudem treibt die Division Crop Science die Vermarktung ihrer integrierten Saatgut- und Pflanzenschutzpipeline voran. Systeme wie Plenexos sowie das Preceon Smart Corn System befinden sich bereits in der weltweiten Einführung.

Finanzierungsmaßnahmen stärken die Bilanz

Der Verkauf von Stivarga reiht sich in eine Kette finanzieller Weichenstellungen ein. Zuvor schlossen die Investoren Apollo und KKR eine Kapitallösung für Bayer ab. Sie stellten drei Milliarden Euro Eigenkapital für eine neue Geschäftseinheit bereit, die das Portfolio langwirksamer reversibler Verhütungsmittel bündelt. Bayer hält an der Gesellschaft die Mehrheit und steuert das operative Geschäft weiter.

Zusätzlich begab das Unternehmen Hybridanleihen über zwei Milliarden Euro, um Liquidität für allgemeine Unternehmenszwecke zu sichern. Das ausstehende Volumen an derartigen Hybridpapieren wuchs damit auf 6,55 Milliarden Euro an.

Auf der Eigentümerseite zeichnete sich ebenfalls Bewegung ab. Der französische Vermögensverwalter Amundi meldete am 14. September, dass sein Stimmrechtsanteil an Bayer die Meldeschwelle überschritten hat und bei 3,04 Prozent liegt.

Glyphosat-Vergleich und Kursentwicklung

Neben operativen Fortschritten bestimmt das juristische Erbe in den USA die Perspektiven. Vor rund zwei Wochen fand die Gerichtsanhörung zur Genehmigung des Roundup-Sammelvergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar in Missouri statt, seither legte die Aktie um 3,0 % zu. Eine unmittelbare Entscheidung über die Beilegung der Zehntausenden Klagen stand bei diesem Termin noch nicht an.

An der Börse ging das DAX-Papier am Freitag mit einem Schlusskurs von 50,20 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht beläuft sich das Plus seit Jahresanfang auf 36 Prozent.

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