Bayer Aktie: Monsanto pocht auf Vergleich
Monsanto wirbt in Missouri für einen Vergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar, während Bayer weiter mit hohen Rechtslasten kämpft.

- Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar
- Rund 65.000 US-Ansprüche noch anhängig
- Supreme Court stärkt Bayers Position
- Glyphosat-Rückstellungen erreichen 9,6 Milliarden Euro
Vor einem Gericht in Missouri hat Monsanto am Montag noch einmal Druck gemacht: Kein alternativer Deal liege auf dem Tisch, machte Anwalt James Bennett deutlich. Es geht um die endgültige Genehmigung eines milliardenschweren Vergleichs, der einen Großteil der US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken durch Roundup beilegen soll. Richter Timothy Boyer entschied noch nicht, forderte aber weitere Schriftsätze bis Ende der Woche.
Der Vergleich sieht Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor. Betroffene mit Non-Hodgkin-Lymphom sollen je nach Fall zwischen 10.000 und 165.000 Dollar erhalten. Widerstand kommt von Klägeranwälten, die die Summen für zu niedrig halten — andere sehen darin die beste Chance auf eine kalkulierbare Entschädigung. In den USA sind laut Reuters noch rund 65.000 Ansprüche anhängig.
Supreme Court verschiebt die Machtverhältnisse
Bayers Position hat sich Ende Juni deutlich verbessert. Der Oberste Gerichtshof entschied im Fall „Monsanto v. Durnell“ mit sieben zu zwei Stimmen, dass bundesrechtliche Etikettenvorgaben Vorrang vor einzelstaatlichen Schadenersatzklagen haben können.
Bayer geht davon aus, dass damit praktisch sämtliche Ansprüche wegen fehlender Krebswarnung entfallen. Ende August scheiterte zudem der Versuch von Vergleichsgegnern, das Verfahren vor ein Bundesgericht zu verlagern.
Bilanz bleibt vorerst belastet
Ganz ausgestanden ist die Sache trotzdem nicht — gegen eine finale Genehmigung sind weitere Rechtsmittel möglich. Finanziell zeigt sich die Last bereits deutlich: Bayer erhöhte seine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten Anfang des Jahres auf 11,8 Milliarden Euro, davon 9,6 Milliarden Euro allein für Glyphosat. Im ersten Halbjahr 2026 stand deshalb ein negativer Free Cashflow von 2,7 Milliarden Euro in den Büchern.
Die Nettofinanzverschuldung lag Ende Juni bei 33,65 Milliarden Euro. Bayer bestätigte dennoch den operativen Jahresausblick und erwartet die Verschuldung zum Jahresende bei 29 bis 30 Milliarden Euro. An der Börse zeigt sich die Aktie seit der Rallye im Juni ruhig — die Zone um 50,50 Euro gilt als wichtiger Widerstand, bei gleichzeitig gesunkener Volatilität.
Für Vorstandschef Bill Anderson wäre eine endgültige Zustimmung zum Vergleich mehr als ein juristischer Etappensieg. Zusammen mit dem Supreme-Court-Urteil würde sie eines der größten Risiken eindämmen, das mit der 63 Milliarden Dollar schweren Monsanto-Übernahme 2018 ins Haus kam. Bis eine Entscheidung aus Missouri fällt, bleibt das Milliardenrisiko formal in der Bilanz stehen.
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