Bayer Aktie: Neue Klagestrategie scheitert
Die Jury wies die Vorwürfe gegen Monsanto zurück; über Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar ist noch nicht entschieden.

- Missouri-Jury entscheidet einstimmig für Monsanto
- Kläger scheitern mit Vorwürfen zur Produktgestaltung
- Bayer-Aktie steigt auf Tradegate um über vier Prozent
- Gerichtsurteil zum Sammelvergleich steht noch aus
Ein Gericht in St. Louis hat die Argumente der Glyphosat-Kläger abgewiesen. Eine Jury im US-Bundesstaat Missouri entschied in der Nacht zum Donnerstag einstimmig zugunsten von Bayer. An der Börse sorgte das für Rückenwind: Auf Tradegate legte die Aktie am Freitagmorgen um mehr als vier Prozent zu.
Anderer Hebel, gleiches Ergebnis
Im Fall Aretino et al. setzten die Kläger auf eine andere Linie als in früheren Verfahren. Sie warfen dem Konzern vor, das Unkrautvernichtungsmittel Roundup sei fehlerhaft konstruiert. Zudem seien Verbraucher vorsätzlich getäuscht worden. Die Jury folgte dem nicht und entschied zugunsten der Konzerntochter Monsanto.
Hintergrund ist ein Urteil des Supreme Court vom Juni 2026. Das oberste US-Gericht stellte klar: Klagen wegen fehlender Krebswarnhinweise können sich nicht auf das Recht einzelner Bundesstaaten stützen, weil Bundesrecht dem entgegensteht. Seitdem suchen Klägeranwälte nach alternativen Wegen. Das Verfahren in Missouri war ein Test, ob diese tragen.
Bill Dodero, Chef der US-Rechtsabteilung von Bayer, sprach von einem starken Signal an Kläger, die auch nach dem Supreme-Court-Urteil vor Gericht ziehen wollen.
Sammelvergleich als nächste Hürde
Die Glyphosat-Causa hat den Konzern bereits Milliarden gekostet. Der jüngste Erfolg dürfte dem Management helfen, das Thema schrittweise abzuarbeiten. Ein Selbstläufer ist das aber nicht.
Entscheidend bleibt eine noch ausstehende richterliche Entscheidung über den Sammelvergleich. Er sieht vor, dass Bayer über bis zu 21 Jahre abnehmende, gedeckelte Jahreszahlungen leistet. Insgesamt belaufen sie sich auf bis zu 7,25 Milliarden Dollar. Billigt das zuständige Gericht den Vergleich, könnte das einen großen Teil der offenen Klagerisiken eingrenzen. Einen Termin für die Entscheidung nennt Bayer bislang nicht.
Stand heute, 30. Oktober: Bayer – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Bayer investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




