Bayer Aktie: NMPA prüft Kerendia-Antrag
Bayer beantragt in China die Zulassung von Kerendia für nicht-diabetische Nierenerkrankungen. Die Aktie legt dank guter Marktstimmung zu.

- Zulassungsantrag bei chinesischer Behörde eingereicht
- Basis ist Phase-3-Studie FIND-CKD
- Aktie steigt um 2,1 Prozent
- Strategischer Ausbau des Pharmageschäfts
Bayer treibt die internationale Vermarktung seines Nierenmedikaments Kerendia voran. Der Leverkusener Konzern hat bei der chinesischen Arzneimittelbehörde NMPA einen Zulassungsantrag eingereicht, um die Indikation des Wirkstoffs Finerenon auf erwachsene Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung auszuweiten. Der Antrag ging beim Center for Drug Evaluation der Behörde ein, wie mehrere Nachrichtenagenturen am Donnerstag übereinstimmend berichteten.
FIND-CKD-Studie als Grundlage
Grundlage des Antrags ist die Phase-3-Studie FIND-CKD, die Bayer im Frühjahr abgeschlossen hat. Dow Jones Newswires bestätigte, dass die Daten dieser Studie die Basis für die angestrebte Indikationserweiterung bilden. Kerendia ist bislang vor allem für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Mit dem neuen Antrag würde sich das adressierbare Patientenkollektiv in China deutlich vergrößern, sollte die NMPA dem Antrag stattgeben. Ein Zeitplan für die behördliche Entscheidung wurde nicht genannt.
Für Bayer ist die Erweiterung strategisch bedeutsam: Das Pharmageschäft soll perspektivisch einen Teil der Erlöse kompensieren, die durch Patentabläufe bei älteren Präparaten wegfallen. Ein zusätzlicher Wachstumstreiber in einem der größten Gesundheitsmärkte der Welt käme dem Konzern daher gelegen, zumal die Zulassungsausweitung ohne neue klinische Studie auskommt und sich auf bereits vorliegende Phase-3-Daten stützt.
Kursverlauf bleibt freundlich
Die Bayer-Aktie profitierte am Donnerstag vom insgesamt guten Sentiment an den europäischen Börsen. Der Titel schloss bei 48,51 Euro und legte damit um 2,10 Prozent zu, während der DAX um 0,60 Prozent auf 25.612,03 Punkte stieg – getragen von einer überwiegend soliden Berichtssaison. Auf Sicht von sieben Handelstagen steht für Bayer ein Plus von 5,53 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich die Aktie um 31,07 Prozent verteuert.
Trotz der jüngsten Stärke bleibt noch Luft nach oben: Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie aktuell 9,93 Prozent. Verglichen mit dem Jahrestief von 25,09 Euro im vergangenen August hat sich der Kurs damit fast verdoppelt. Die Marktkapitalisierung liegt bei 46,85 Milliarden Euro.
Regulatorischer Newsflow als Kurstreiber
Für Anleger zählt bei Bayer traditionell weniger die einzelne Meldung als die Summe regulatorischer Fortschritte im Pharmageschäft. Die Kerendia-Nachricht aus China reiht sich in eine Serie von Entwicklungen ein, die das Nierenmedikament als einen der wichtigeren Wachstumsträger im Konzernportfolio positionieren. Sollte die NMPA die erweiterte Indikation genehmigen, würde Bayer sein Angebot in einem Markt mit einer der höchsten Prävalenzen chronischer Nierenerkrankungen weltweit ausbauen können.
Die kommenden Wochen dürften für die Aktie dennoch stärker von der Entwicklung im Glyphosat-Rechtsstreit in den USA geprägt sein als von einzelnen Zulassungsanträgen. Bis dahin liefert der Kerendia-Antrag ein weiteres Argument dafür, dass Bayer sein Pharmasegment trotz der bekannten Rechtsrisiken kontinuierlich weiterentwickelt – ein Fakt, den der Markt am Donnerstag mit einer freundlichen Kursreaktion honorierte.
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