Bayer Aktie: Opt-out-Frist endet am 5. Juni

Bayer-Aktie fällt vor wichtigen Entscheidungen zu Roundup-Vergleich und Supreme Court. Analysten sehen trotz Rechtsrisiken Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Opt-out-Frist für Roundup-Vergleich endet am 4. Juni
  • Supreme Court entscheidet bis Ende Juni über Monsanto-Klagen
  • Aktie verliert 2,28 Prozent auf 35,65 Euro
  • Operativ starkes erstes Quartal 2026

Der Leverkusener Konzern steht unter juristischem Zeitdruck. Am 5. Juni endet die Opt-out-Frist zum 7,25 Milliarden Dollar schweren Roundup-Vergleich. Gleichzeitig wartet der Markt auf eine Entscheidung des US Supreme Court, die über das Schicksal von mehr als 100.000 Klagen entscheiden könnte. Die Aktie gibt deutlich nach — am Montag verlor sie 2,28 Prozent auf 35,65 Euro.

Vergleich auf der Kippe

Der Vergleich soll tausende Krebsklagen beilegen. Sein Erfolg hängt an der Zustimmung der Kläger. Treten zu viele aus, kann Bayer das Angebot zurückziehen. Ein Anwalt von Krebspatienten versucht derzeit, den Fall vor ein Bundesgericht zu bringen. Er bezeichnet die angebotene Summe als unverschämt niedrig. Die Ausstiegsmöglichkeiten seien zu restriktiv.

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Morgan Stanley rechnet damit, dass das Bundesgericht den Fall auf Grundlage bestehender Präzedenzfälle an das Gericht in Missouri zurückverweist. Die Frist für einen Ausstieg oder Widerspruch — der 4. Juni — bleibt voraussichtlich unverändert.

Supreme Court entscheidet bis Ende Juni

Parallel läuft das Verfahren beim obersten US-Gericht. Der Supreme Court hat mündliche Verhandlungen in Monsanto v. Durnell geführt. Der Fall prüft, ob Pestizid-Hersteller unter einzelstaatlichem Recht haften, wenn Warnhinweise fehlen. Bayer übernahm Monsanto 2018 und sieht sich seither mehr als 100.000 Klagen gegenüber. Die Kläger behaupten, Glyphosat — der Wirkstoff im Unkrautvernichter Roundup — habe Krebs verursacht.

Die Richter sollen bis Ende Juni eine Entscheidung fällen. Fällt das Urteil zugunsten von Bayer, könnten nach Analystenschätzung rund 80 Prozent der Klagen entfallen. Die finanziellen Auswirkungen sind bereits erheblich: Bayer hat bislang mehr als 11 Milliarden Dollar für Vergleiche, Urteile und Einigungen gezahlt.

Kursdruck trotz konstruktiver Analystenmeinungen

Die Nachrichtenlage belastet den Kurs spürbar. Am 29. Mai signalisierte Bayer ein neues Vier-Wochen-Tief. Auf Sieben-Tage-Sicht verlor die Aktie 7,38 Prozent. Sie notiert damit 27,50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro aus dem Februar.

Jefferies hob das Kursziel von 25 auf 40 Euro an, beließ die Einstufung aber bei „Hold“. Analyst Michael Leuchten sieht auf Basis einer Summe-der-Teile-Betrachtung theoretisch einen Wert von 45 Euro je Aktie. Die Rechtsstreitigkeiten blieben ein Unsicherheitsfaktor. Im ungünstigen Fall könnte die Aktie auf 30 Euro zurückfallen. Ohne zusätzliche Impulse aus der Wirkstoffforschung sei Bayer auch nicht als günstige Pharma-Aktie zu bezeichnen.

Das Analystenbild insgesamt ist konstruktiver. Im Mai haben neun von elf Experten die Aktie mit Kaufen bewertet, zwei mit Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 48,82 Euro.

Operative Basis bleibt solide

Abseits der Rechtsfragen zeigt Bayer operativ Stärke. Im ersten Quartal 2026 lag das Ergebnis je Aktie bei 2,81 Euro, der Umsatz erreichte 13,41 Milliarden Euro. Sowohl im Pharmageschäft als auch in der Agrarsparte CropScience erzielte der Konzern deutlich höhere Gewinne als von Analysten erwartet.

Die Supreme-Court-Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für starke Ausschläge. Fällt das Urteil zugunsten von Bayer, könnte ein Großteil der Klagen wegfallen. Fällt es dagegen, drohen weitere Milliarden-Belastungen.

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