Bayer Aktie: Opt-out-Frist für 7,25-Milliarden-Vergleich am 4. Juni

Bayer erzielt starke Quartalsergebnisse, während der Supreme Court über Glyphosat-Klagen entscheidet. Der Ausgang des Verfahrens und ein Milliardenvergleich prägen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Supreme Court verhandelt Glyphosat-Fall
  • Milliarden-Vergleich bis zu 7,25 Mrd. USD
  • Crop Science mit Umsatzplus von 6,8%
  • Schuldenabbau auf 32 Mrd. Euro geplant

Starke Quartalszahlen, zähe Kursverluste – bei Bayer klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Während die Leverkusener im Agrargeschäft die Erwartungen übertreffen, drückt der ungelöste Glyphosat-Komplex weiter auf die Bewertung. Der Konzern steht vor einer der wichtigsten juristischen Weichenstellungen seiner jüngeren Geschichte.

Supreme Court und Milliarden-Vergleich

Ende April verhandelte der Oberste Gerichtshof der USA den Fall „Durnell“. Die Richter prüfen, ob bundesrechtliche Kennzeichnungsvorschriften die Warnpflicht-Klagen auf Bundesstaatsebene ausschließen. Ein positives Urteil bis Ende Juli könnte zehntausende Roundup-Klagen weitgehend beenden.

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Parallel dazu läuft ein vorläufig genehmigter Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar. Die Kläger müssen sich entscheiden. Ihre Frist für einen möglichen Austritt aus dieser Vereinbarung endet am 4. Juni.

Konzernchef Bill Anderson gibt sich indes zuversichtlich. Er versprach Investoren, die Rechtsrisiken noch in diesem Jahr deutlich einzudämmen – unabhängig vom Ausgang vor dem Supreme Court. Die finale gerichtliche Anhörung für den Sammelvergleich ist für Juli angesetzt.

Crop Science liefert starkes Quartal

Abseits der US-Gerichtssäle präsentiert sich das operative Geschäft robust. Das Konzern-EBITDA stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 2,76 Milliarden Euro.

Treiber dieser Entwicklung ist die Agrarsparte Crop Science. Währungsbereinigt kletterten die Umsätze hier um 6,8 Prozent. Signifikante Zuwächse bei Maissaatgut und eine lizenzvertragliche Einigung im Sojabereich beflügelten das Ergebnis. Hinzu kommen gesunkene Herstellungskosten durch laufende Effizienzprogramme.

Schuldenabbau und Chartbild

Der Vorstand hält an seiner Jahresprognose fest. Das bereinigte operative Ergebnis soll 2026 zwischen 9,4 und 9,9 Milliarden Euro liegen. Zeitgleich treibt das Management den Schuldenabbau voran. Bis Ende des Jahres plant Bayer, die Nettoverschuldung auf 32 Milliarden Euro zu drücken.

An der Börse überwiegt aktuell die Vorsicht. Die Aktie notiert bei 37,81 Euro und verzeichnete am Dienstag leichte Verluste. Damit ist der Kurs knapp unter die 50-Tage-Linie von 38,86 Euro gerutscht.

Der juristische Kalender diktiert nun die kurzfristige Richtung. Am 4. Juni schließt sich das Fenster für die Opt-out-Entscheidungen im Sammelvergleich. Spätestens mit dem erwarteten Supreme-Court-Urteil im Juli ordnet sich die fundamentale Risikobewertung des Konzerns neu.

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