Bayer Aktie: Perfuse-Deal für 2,45 Milliarden vollzogen
Bayer schließt Übernahme von Perfuse Therapeutics ab, während ein US-Handelskonflikt den Pharmasektor belastet. Die Aktie testet eine wichtige charttechnische Marke.

- Perfuse-Übernahme für 300 Millionen Dollar abgeschlossen
- US-Untersuchung zu deutschen Arzneimittelpreisen eingeleitet
- Goldman Sachs reduziert Bayer-Beteiligung leicht
- Aktie schließt nahe 50-Tage-Durchschnitt bei 37,81 Euro
Bayer hat eine ereignisreiche Woche hinter sich. Ein Milliarden-Deal in der Augenheilkunde ist abgeschlossen, während ein US-Handelsstreit den deutschen Pharmasektor unter Druck setzt. Beides trifft Bayer direkt.
US-Behörde nimmt deutsche Arzneimittelpreise ins Visier
Das Büro des US-Handelsbeauftragten leitete am Donnerstag eine Untersuchung nach „Section 301″ gegen Deutschland ein. Der Vorwurf: Die Bundesregierung drücke die Preise für innovative Arzneimittel zu stark. Das wälze einen unverhältnismäßig hohen Anteil der globalen Forschungskosten auf US-Patienten ab.
Für Bayer ist das kein abstrakte Bedrohung. Als exportstarkes Pharmaunternehmen könnte es bei möglichen Zöllen auf deutsche Arzneimittel direkt betroffen sein. Öffentliche Kommentare sind für August geplant, eine Anhörung für September. Bereits mehrere große Hersteller — darunter Pfizer — haben vor Investitionskürzungen oder verzögerten Produkteinführungen in Deutschland gewarnt.
Perfuse-Übernahme vollzogen
Parallel dazu hat Bayer die Akquisition von Perfuse Therapeutics abgeschlossen. Der Deal wurde am 17. Juni vollzogen, nachdem er Anfang Mai angekündigt worden war. Das Biotech-Unternehmen aus Kalifornien geht vollständig in die Pharma-Sparte auf.
Die Vorabzahlung beträgt 300 Millionen US-Dollar. Über erfolgsabhängige Meilensteine könnte das Gesamtvolumen auf bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar steigen. Im Mittelpunkt steht PER-001 — ein intravitreales Implantat gegen Glaukome und diabetische Retinopathie, das sich in der klinischen Phase II befindet. Ophthalmologie gehört zu den strategischen Kernbereichen von Bayer.
Kurs testet wichtige Marke
Goldman Sachs hat seine Bayer-Position leicht reduziert. Die Gesamtposition sank auf 4,84 Prozent der Stimmrechte, nach zuvor 5,40 Prozent. Der Großteil wird über Finanzinstrumente gehalten, nur 0,20 Prozent entfallen auf direkte Aktienanteile.
Die Aktie schloss die Woche mit einem Plus von gut zwei Prozent bei 37,81 Euro. Auf Wochensicht ergibt sich ein Zuwachs von knapp fünf Prozent. Charttechnisch interessant: Der Schlusskurs liegt nahezu punktgenau auf dem 50-Tage-Durchschnitt von 37,80 Euro. Ob der Kurs dieses Niveau halten kann, dürfte die entscheidende Frage der kommenden Handelswoche sein — zumal der US Supreme Court am Montag eine neue Beschlussliste veröffentlichen will, die richtungsweisende Entscheidungen enthalten könnte.
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