Bayer Aktie: Pharma-Aufbruch, Cashflow-Krise
Bayer steuert mit starken Pharmaprodukten auf hohe Margen zu, während Glyphosat-Klagen den freien Cashflow 2026 massiv belasten. Ein Urteil des US Supreme Court könnte entscheidend sein.

- Pharmasparte peilt 30 Prozent Marge bis 2030 an
- Kerendia erhält wichtige EU-Zulassungserweiterung
- Freier Cashflow 2026 voraussichtlich deutlich negativ
- Urteil zu Glyphosat-Vergleich im Juni erwartet
Starke Zulassungen, ambitionierte Margenziele — und gleichzeitig ein freier Cashflow, der 2026 tief ins Minus rutschen soll. Bei Bayer prallen gerade zwei gegensätzliche Realitäten aufeinander.
Pharmasparte liefert konkrete Ergebnisse
Auf dem Pharma Media Day Anfang April in Berlin skizzierte Vorstandsmitglied Stefan Oelrich den Wachstumspfad bis 2030: mittleres Umsatzwachstum ab 2027, eine operative Marge von rund 30 Prozent bis 2030. Getragen werden soll diese Entwicklung von Produkten wie dem Prostatakrebsmittel Nubeqa, Kerendia und dem Herzmedikament Beyonttra — sowie von einer KI-gestützten Forschungsstrategie, die die F&E-Produktivität bis 2030 um 40 Prozent steigern soll.
Kerendia liefert bereits Zahlen, die diese Ambitionen untermauern. Im vierten Quartal 2025 stiegen die Erlöse mit dem Wirkstoff Finerenon um fast 93 Prozent auf 264 Millionen Euro. Kurz vor dem Media Day genehmigte die Europäische Kommission zudem eine zweite Indikation: Kerendia darf nun auch bei Herzinsuffizienz mit einer linksventrikulären Auswurfleistung von mindestens 40 Prozent eingesetzt werden — gestützt auf die Phase-III-Studie FINEARTS-HF mit rund 6.000 Patienten. Die neu adressierbare Patientengruppe in Europa wird auf 7,5 Millionen Menschen geschätzt. Das Management peilt langfristig Spitzenumsätze von drei Milliarden Euro jährlich an.
Glyphosat-Lasten drücken den Cashflow
Die operative Stärke der Pharmasparte steht im scharfen Kontrast zur Lage auf Konzernebene. Der freie Cashflow sank 2025 bereits um rund 33 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Für 2026 plant das Management einen deutlich negativen freien Cashflow — allein die Auszahlungen im Zusammenhang mit Glyphosat-Klagen werden auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt. Bei einer Nettoverschuldung von knapp 30 Milliarden Euro schränkt das die finanziellen Spielräume erheblich ein.
Ob der Missouri-Vergleich, der den Großteil der anhängigen und künftigen Klagen beilegen soll, tatsächlich Entlastung bringt, hängt maßgeblich vom US Supreme Court ab. Die Verhandlungen beginnen am 27. April, ein Urteil wird für die zweite Junihälfte erwartet. Die Hauptversammlung am 24. April — mit einer vorgeschlagenen Dividende von 0,11 Euro je Aktie — fällt damit mitten in diese kritische Phase.
Die Pharmasparte zeigt, wohin die Reise gehen soll. Der Konzern als Ganzes steht unter dem Druck, dass der Weg dorthin noch durch erhebliche Mittelabflüsse führt — und das Urteil aus Washington den Unterschied machen könnte.
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