Bayer Aktie: Pharma-Offensive mit Schatten

Bayer setzt mit neuer US-Führung und erweiterter Zulassung für Kerendia auf Wachstum, kämpft aber weiterhin mit Milliardenlasten aus Glyphosat-Klagen und negativem Cashflow.

Die Kernpunkte:
  • Neue US-Führung und Fokus auf Wachstumsmarkt
  • Kerendia erhält EU-Zulassung für Herzinsuffizienz
  • Spitzenumsatz von drei Milliarden Euro angestrebt
  • Glyphosat-Klagen belasten Cashflow mit Milliarden

Neue Führung für den US-Markt, eine erweiterte Zulassung für Kerendia und bestätigte Wachstumsziele bis 2030 — Bayer hat auf seinem Pharma-Medientag vom 1. April klare Signale gesetzt. Das Gesamtbild bleibt jedoch zweigeteilt.

US-Markt als Wachstumshebel

Ab 1. Mai übernimmt Nelson Ambrogio die Leitung von Bayer U.S. Pharmaceuticals. Zuvor verantwortete er den globalen Radiology-Bereich. Der Personalwechsel steht für eine bewusste Schwerpunktverlagerung: Bayer hat Vertrieb, Marketing und Forschungsinvestitionen stärker auf den US-Markt ausgerichtet. Spartenchef Stefan Oelrich erklärte, der Konzern lasse die Patentklippe hinter sich und sei wieder in der Lage zu wachsen. Auch eine Ausweitung der Produktionspräsenz in den USA werde geprüft — angesichts der geopolitischen Veränderungen und der Zollpolitik der Trump-Regierung.

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Übernahmen schließt Oelrich dabei nicht aus. Man befinde sich in Gesprächen über mehrere Deals, sei aber wählerisch. Der Fokus liege auf Krebs, Herz-Kreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen.

Kerendia: Neue Indikation, großes Potenzial

Kurz vor dem Medientag genehmigte die Europäische Kommission Finerenon (Kerendia) für eine zweite Indikation: die Behandlung von Herzinsuffizienz mit einer linksventrikulären Auswurfleistung von 40 Prozent oder mehr. Bisher war das Präparat in der EU nur bei chronischer Nierenerkrankung mit Typ-2-Diabetes zugelassen.

Die Grundlage bildet die Phase-III-Studie FINEARTS-HF mit rund 6.000 Patienten, in der Finerenon kardiovaskuläre Todesfälle und Herzinsuffizienz-Ereignisse gegenüber Placebo signifikant reduzierte. Rund 15 Millionen Europäer leiden an Herzinsuffizienz — etwa die Hälfte davon in der neu zugelassenen Patientengruppe, für die bislang kaum leitliniengerechte Therapieoptionen existierten.

Kerendia zählt bereits heute zu den stärksten Wachstumstreibern im Pharmaportfolio: Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz nominal um knapp 93 Prozent auf 264 Millionen Euro. Langfristig kalkuliert Bayer mit einem jährlichen Spitzenumsatz von drei Milliarden Euro für das Präparat.

Für die Pharmasparte insgesamt bestätigte der Konzern ein angestrebtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich ab 2027 sowie eine Profitabilität von rund 30 Prozent bis 2030. 2024 lag die bereinigte EBITDA-Marge noch bei 25,4 Prozent.

Glyphosat bleibt der entscheidende Gegenwind

Die positiven Pharmanachrichten stehen einer weiterhin erheblichen rechtlichen Belastung gegenüber. Über 100.000 Klagen rund um den Unkrautvernichter Roundup haben bislang mehr als 11 Milliarden US-Dollar verschlungen. Für 2026 erwartet Bayer einen tief negativen freien Cashflow — allein klagebedingte Auszahlungen von rund fünf Milliarden Euro sind eingeplant.

Am 27. April steht die mündliche Verhandlung des US-Supreme Court im Durnell-Fall zu den Glyphosat-Klagen an. Wie das Gericht entscheidet, könnte die Dynamik der gesamten Klagewelle grundlegend verändern. Die Q1-Zahlen folgen am 12. Mai — dann lässt sich erstmals ablesen, ob der operative Pharmafortschritt die anhaltende Belastung durch Rechtskosten zumindest teilweise kompensiert.

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