Bayer Aktie: Photorezeptor-Hoffnung!

FDA und EMA gewähren lemiretprocel einen Sonderstatus; zugleich bleibt Bayers mRNA-Patentklage bestehen und die Aktie verliert wöchentlich 10 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • FDA und EMA erteilen Sonderstatus
  • MiraSOFT startet in CVS-Apotheken
  • Bayers mRNA-Patentklage bleibt bestehen
  • Aktie verliert binnen sieben Tagen 10 Prozent

Bayer und seine Tochtergesellschaft BlueRock Therapeutics verzeichnen einen wichtigen regulatorischen Fortschritt in der Medikamentenentwicklung. Am Mittwoch erteilten sowohl die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA als auch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA der experimentellen Zelltherapie lemiretprocel (OpCT-001) den Orphan-Drug-Status.

Die Einstufung zielt auf die Behandlung primärer Photorezeptorerkrankungen ab und gewährt besondere Anreize bei der Entwicklung von Therapien gegen seltene Krankheiten.

Neben den Fortschritten in der Zelltherapie erweiterte der Konzern sein Geschäft im Bereich rezeptfreier Gesundheitsprodukte. Am Dienstag brachte Bayer mit MiraSOFT einen Stuhlweichmacher auf Basis von Docusat-Natrium auf den US-Markt, der über mehr als 7.000 CVS-Apotheken vertrieben wird.

Teilerfolg im Streit um mRNA-Technologie

An juristischer Front verbuchte das Unternehmen einen Etappensieg. Wie Reuters meldete, wies US-Bundesrichter William Bryson am 28. September Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna ab, eine Patentklage von Bayer-Monsanto zur mRNA-Technologie abzuweisen. Die Richterentscheidung stellt zwar laut Reuters noch keine Verletzung des Patents durch die Impfstoffhersteller fest, hält das Klageverfahren des Leverkusener Konzerns jedoch aufrecht.

Gleichzeitig bleiben ältere Rechtsstreitigkeiten ein bestimmendes Thema. In Missouri befasste sich ein Prozess mit Roundup-Klagen von drei Betroffenen, die Vorwürfe bezüglich fehlerhaften Produktdesigns und mangelhafter Tests geltend machen. Laut Reuters sind US-weit an Bundes- und einzelstaatlichen Gerichten rund 65.000 Roundup-Klagen anhängig.

Zurückhaltung vor den Quartalszahlen

Analysten mahnen für das laufende Geschäft zur Vorsicht. Am Donnerstag stufte die US-Bank JPMorgan die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 61 Euro ein. Analyst Richard Vosser begründete seine Einschätzung damit, dass die frühen Markterwartungen für das anstehende dritte Quartal zu hoch angesetzt seien. Klarheit über die Geschäftsentwicklung gibt es am 3. November, wenn das Unternehmen seinen Bericht für das dritte Quartal vorlegt.

An der Börse geriet der Wert nach vorangegangenen Zuwächsen unter Druck. Im Handel am Freitag schloss das Papier bei 45,02 Euro, was einem Rückgang von 10 Prozent über die vergangenen sieben Tage entspricht. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie jedoch weiterhin ein Plus von 22 Prozent.

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