Bayer Aktie: Q2-Zahlen und Glyphosat-Anhörung im August

Bayer erwartet im August wichtige Impulse: Quartalszahlen und Glyphosat-Vergleich stehen an. Analysten zeigen sich gespalten.

Die Kernpunkte:
  • Halbjahreszahlen am 4. August
  • Glyphosat-Vergleichs-Anhörung am 19. August
  • Verkauf des Verhütungsmittelgeschäfts geplant
  • Aktie mit neutraler Charttechnik

Zwei Termine entscheiden im August über die nächste Bewegung bei Bayer. Am 4. August legt der Konzern seine Halbjahreszahlen vor. Nur zwei Wochen später soll ein Gericht in Missouri über den größten Glyphosat-Vergleich der Firmengeschichte urteilen. Die Aktie selbst tritt zuletzt auf der Stelle: Nach einem Wochenverlust von 4,48 Prozent schloss das Papier am Freitag bei 46,01 Euro.

Quartalszahlen und Gerichtstermin fallen zusammen

Der Leverkusener Konzern meldet am 4. August seine Q2-Zahlen. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn je Aktie von 0,769 Euro. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 0,200 Euro je Aktie zu Buche – eine deutliche Wende.

Kurz danach richtet sich der Blick auf ein Gericht in Missouri. Dort soll am 19. August die sogenannte Fairness-Anhörung stattfinden. Sie soll den 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Glyphosat-Sammelvergleich final absegnen. Ursprünglich war der Termin für Anfang Juli angesetzt, das Gericht verschob ihn. Für Bayer bedeutet das: Ein zentraler Baustein der Roundup-Aufarbeitung bleibt noch wenige Wochen offen.

Verkauf des Verhütungsmittel-Geschäfts rückt näher

Parallel zu den juristischen Terminen treibt Bayer den Schuldenabbau voran. Medienberichten zufolge steht der Verkauf des Geschäfts mit Verhütungsmitteln kurz bevor. Das Volumen soll bei rund 3 Milliarden Euro liegen.

Ein solcher Deal würde die Nettoverschuldung senken. Zusätzlich verschafft er dem Konzern mehr finanziellen Spielraum für die verbliebenen Rechtsstreitigkeiten.

Die Analystenreaktionen fallen unterschiedlich aus. Jefferies beließ das Kursziel bei 46,00 Euro, sieht aber genau in solchen Portfolio-Schritten die Voraussetzung für eine nachhaltige Neubewertung. Barclays und J.P. Morgan zeigen sich optimistischer und setzten ihre Kursziele zuletzt auf 60,00 Euro beziehungsweise 50,00 Euro fest. Beide Häuser verweisen auf die Entlastung durch das Supreme-Court-Urteil Ende Juni.

Charttechnik zeigt neutrales Bild

Technisch kämpft die Aktie aktuell um die Marke von 45,00 Euro. Der RSI liegt bei 49,6 und damit im neutralen Bereich – nach einer kurzen überkauften Phase Anfang Juli ist der Druck raus. Rutscht der Kurs weiter ab, gilt der 50-Tage-Durchschnitt bei 42,14 Euro als nächste Unterstützung.

Trotz der jüngsten Korrektur bleibt Bayer mit einem Plus von 24,32 Prozent seit Jahresbeginn einer der stärksten DAX-Werte im laufenden Turnaround. Die kommenden zwei Wochen entscheiden, ob dieser Trend hält: Erst mit den Zahlen vom 4. August und der Anhörung am 19. August bekommt die Aktie neue, klare Impulse.

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