Bayer Aktie: Richter Chhabria nennt 7,25-Mrd-Deal problematisch

Ein US-Bundesrichter nennt Bayers geplanten Milliarden-Vergleich „verblüffend“ und „rechtlich problematisch“ — und bringt damit frischen Gegenwind in einen Rechtsstreit, der den Konzern seit Jahren belastet.
Richter Chhabria mit scharfer Kritik
Vince Chhabria, der in San Francisco Tausende von Krebsklagen gegen den Leverkusener Konzern beaufsichtigt, meldete sich bei einer Anhörung mit ungewöhnlich deutlichen Worten zu Wort. Der vorgeschlagene Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar aus Missouri weise „gravierende Probleme“ auf und sei „auf eine geheimnisvolle und überstürzte Weise“ eingereicht worden.
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Kern seiner Kritik: Chhabria bezweifelt, ob ein vor einem Gericht in Missouri geschlossener Deal Kläger in anderen Bundesstaaten rechtswirksam binden kann — insbesondere frühere Roundup-Nutzer, die noch keinen Krebs entwickelt haben und deshalb noch keine Klage eingereicht haben. Die Opt-out-Regelungen bezeichnete er als „bizarr“: Betroffene sollen noch in diesem Sommer entscheiden, ob sie dem Vergleich beitreten wollen — bevor ein erwartetes Supreme-Court-Urteil vorliegt.
Eine Blockade des Vergleichs lehnte Chhabria allerdings ab. Er behält sich vor, die Frage erneut aufzugreifen, sobald ein Kläger vor seinem Gericht Einspruch erhebt.
Bayer setzt auf Missouri
Bayer zeigt sich unbeeindruckt. Der Konzern erklärte schriftlich, man glaube an ausreichend Unterstützung unter den Klägern für eine Genehmigung durch den zuständigen Richter in St. Louis. Befürworter des Deals argumentieren, Chhabrias Kritik sei für das Verfahren in Missouri schlicht nicht relevant.
Der Richter in St. Louis will Einwände von Betroffenen anhören und dann im Juli 2026 über die endgültige Genehmigung entscheiden.
Milliardenschwere Altlast
Der Hintergrund erklärt, warum der Druck auf Bayer so groß ist. Seit der 63-Milliarden-Dollar-Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 ist es dem Konzern nicht gelungen, die Klagewelle einzudämmen. Mehr als 10 Milliarden Dollar hat Bayer bereits für Vergleiche ausgegeben, rund 65.000 Ansprüche sind noch offen. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 5 Milliarden Euro an Mittelabflüssen allein aus Rechtsstreitigkeiten.
Kein Wunder, dass die Aktie trotz eines Kursanstiegs von mehr als 55 Prozent im Zwölf-Monats-Vergleich noch rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert. Die Roundup-Haftung bleibt die entscheidende Variable für die Bewertung.
Am 12. Mai 2026 legt Bayer die Zahlen zum ersten Quartal vor. Dann dürfte auch das Thema Rechtsrückstellungen wieder im Mittelpunkt stehen.
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