Bayer Aktie: Richter weist Pfizer-Klageabweisung ab

Ein US-Richter ließ Bayers Patentverfahren weiterlaufen; Glyphosat-Rechtsrisiken und Erwartungen an das dritte Quartal belasten weiterhin die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • Pfizer, BioNTech und Moderna scheiterten mit Abweisungsanträgen
  • FDA und EMA verliehen lemiretprocel Seltenenstatus
  • US-Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar noch offen
  • Bayer veröffentlicht Quartalszahlen am 3. November

Im juristischen Ringen um Patentrechte für COVID-19-Impfstoffe hat Bayer einen wichtigen Zwischenerfolg erzielt. Laut Reuters wies US-Bundesrichter William Bryson Anträge der Impfstoffhersteller Pfizer, BioNTech und Moderna ab, die von Bayer und der Tochtergesellschaft Monsanto eingereichten Patentklagen vorzeitig abzuweisen. Die Verfahren wegen angeblicher Verletzungen von Schutzrechten an der mRNA-Technologie können damit vor dem zuständigen Gericht fortgeführt werden.

An der Börse reagierten die Anleger verhalten positiv. Das Papier notiert am Dienstag bei 44,81 Euro, was einem Tagesplus von 1,7 Prozent entspricht. Damit hält sich der Titel weiterhin 3,8 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 43,17 Euro.

Weichenstellungen in der Pharmasparte

Die Entscheidung des Bundesrichters vom 28. September eröffnet dem Konzern die Chance, seine Ansprüche in den milliardenschweren Impfstoffmärkten weiter gerichtlich prüfen zu lassen. Parallel dazu treibt das Management die Weiterentwicklung seiner pharmazeutischen Pipeline voran.

Für den Entwicklungskandidaten lemiretprocel der Tochtergesellschaft BlueRock Therapeutics erteilten sowohl die US-Arzneimittelbehörde FDA als auch die europäische EMA kürzlich den Status als Arzneimittel für seltene Leiden.

Zugleich ordnete Bayer die medizinische Führung neu. Mit Wirkung zum 1. Oktober übernahm Dr. Christoph Koenen die Funktion des Chief Medical Officer. Koenen übt die Aufgabe zusätzlich zu seiner bisherigen Rolle als Leiter der klinischen Entwicklung und des operativen Betriebs der Pharmasparte aus.

Glyphosat und Kostendruck belasten

Trotz der Fortschritte an der Patentfront bleibt die Lage an anderen juristischen Schauplätzen angespannt. Medienberichten zufolge sorgten zuletzt erneut aufgekommene Glyphosat-Sorgen für Kursdruck.

Unter anderem steht die gerichtliche Genehmigung des US-Sammelvergleichs über 7,25 Milliarden US-Dollar weiterhin aus. Zudem belasten politische Diskussionen in Deutschland über eine Beteiligung von Arzneimittelherstellern an den Kosten der Abwasserreinigung die Stimmung.

Zusätzliche Zurückhaltung prägt den Blick auf die anstehende Zwischenbilanz. Analyst Richard Vosser von JPMorgan stufte die Aktie am 30. September zwar unverändert mit „Overweight“ und einem Kursziel von 61 Euro ein, warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen an das dritte Quartal aufgrund zeitweiliger Belastungen im Agrargeschäft.

Analystin Virginie Boucher-Ferte von Deutsche Bank Research bestätigte am 29. September ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro, rechnet vor dem Hintergrund von Basiseffekten des Vorjahres aber ebenfalls mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses. Die offiziellen Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahresviertel stellt Bayer am 3. November vor.

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