Bayer Aktie: Roundup-Prozess startet in Missouri
Der Prozessauftakt belastete Bayers Kurs; zugleich stärkt der Konzern seine Finanzierung und meldet Fortschritte bei Pharma und Patenten.

- Aktie verliert 3,3 Prozent
- Hybridanleihen über zwei Milliarden Euro platziert
- Lynkuet erhält vorrangige FDA-Prüfung
- Patentverfahren gegen Pfizer und andere gehen weiter
In den USA sieht sich der Leverkusener Konzern mit neuem juristischen Gegenwind konfrontiert. Laut Reuters begann gestern im US-Bundesstaat Missouri ein Prozess zu Roundup-Klagen dreier Klägerinnen gegen die Unternehmenstochter Monsanto. Gegenstand der Verhandlung sind Vorwürfe wegen einer mutmaßlich unzureichenden Produktprüfung des Unkrautvernichters.
Da das Verfahren als Gradmesser für weitere anstehende Glyphosat-Klagen gilt, steht der Fall unter genauer Beobachtung der Marktteilnehmer. Bayer bestreitet die Vorwürfe. Am Aktienmarkt hinterließ der Prozessauftakt unmittelbare Spuren: Der Kurs gab gestern um 3,3 Prozent nach und schloss bei 49,07 Euro.
Behördliche Prüfungen und finanzielle Manöver
Der Rechtsstreit fällt in eine Phase, in der die US-Behörden die wissenschaftlichen Grundlagen des Wirkstoffs erneut unter die Lupe nehmen. Die US-Umweltbehörde EPA und das Gesundheitsministerium HHS vereinbarten eine erweiterte Kooperation bei der laufenden Glyphosat-Prüfung. Bayer erklärte dazu, an der Sicherheit glyphosathaltiger Produkte festzuhalten und den behördlichen Prozess zu unterstützen.
Parallel zur juristischen Bewältigung der Monsanto-Übernahme ordnet der Konzern seine Verbindlichkeiten. Vor gut einer Woche platzierte das Unternehmen Hybridanleihen über insgesamt zwei Milliarden Euro. Damit erhöhte sich das gesamte ausstehende Volumen an derartigen nachrangigen Papieren auf 6,55 Milliarden Euro.
Impulse aus der Pharma-Pipeline
Gleichzeitig setzt das Management auf Fortschritte im Pharmageschäft, um operative Gegenakzente zu setzen. Am Montag erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA dem Präparat Lynkuet mit dem Wirkstoff Elinzanetant den Status einer vorrangigen Prüfung. Diese Priority Review bezieht sich auf eine ergänzende Indikation zur Behandlung vasomotorischer Beschwerden bei Patientinnen unter endokriner Therapie gegen Brustkrebs.
Ebenfalls am Montag erzielte Bayer einen verfahrensrechtlichen Erfolg vor einem Bundesgericht in Delaware. Ein Richter wies dort die Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna zurück, Patentklagen der Bayer-Tochter Monsanto im Bereich der mRNA-Technologie abzuweisen.
Die Verfahren können damit fortgeführt werden. Zudem treibt das Unternehmen seine klinische Forschung voran und startete eine weltweite Phase-II-Studie mit dem Prüfpräparat BAY 3670549 bei erwachsenen Patienten mit Vorhofflimmern.
Die juristischen Unwägbarkeiten in den USA bleiben für Anleger der dominierende Unsicherheitsfaktor. Dennoch spiegelt die Bewertung an der Börse eine Erholung wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 33 Prozent.
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