Bayer Aktie: Ruveon zieht Zollantrag zurück

Bayer-Tochter Ruveon kippt Antidumping-Antrag gegen China. Eine Studie belegt Potenzial der Selbstmedikation. Aktie legt zu.

Die Kernpunkte:
  • Ruveon zieht Antidumping-Antrag zurück
  • Studie zu Self-Care veröffentlicht
  • Bayer-Aktie steigt um knapp 3%
  • Quiet Period vor Halbjahreszahlen

Bayer meldet gleich mehrere operative Neuigkeiten, während der Konzern sich in der stillen Phase vor den Halbjahreszahlen befindet. Im Mittelpunkt steht der Rückzug eines Zollantrags der US-Tochter Ruveon sowie eine von Bayer unterstützte Studie zur Rolle der Selbstmedikation in Gesundheitssystemen.

Ruveon kippt Antidumping-Antrag

Ruveon, ein neu gegründetes US-Tochterunternehmen von Bayer, hat seinen Mitte Juli gestellten Antrag auf Antidumpingzölle gegen chinesische Glyphosat-Importe zurückgezogen. Reuters und die dpa berichteten am Dienstag vergangener Woche über den Schritt. Vorausgegangen war Kritik von US-Agrarverbänden, die vor negativen Folgen für heimische Landwirte gewarnt hatten. Der Rückzieher zeigt, wie sensibel handelspolitische Vorstöße im Agrarchemie-Sektor derzeit aufgenommen werden – gerade in einem Marktumfeld, in dem Bayer ohnehin unter genauer Beobachtung steht.

Die Bayer-Aktie reagierte am Montag mit einem Kursplus von 2,94 Prozent auf 47,32 Euro. Damit bleibt das Papier zwar deutlich, um 12,14 Prozent, unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro aus dem Juli, hat sich aber seit dem Jahrestief im August vergangenen Jahres kräftig erholt. Die Bewegung lässt sich nicht allein auf die Ruveon-Nachricht zurückführen, fügt sich aber in ein insgesamt freundlicheres Newsflow-Bild der vergangenen Wochen ein.

Studie zu Self-Care mit Signalwirkung

Am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte die Economist Enterprise eine von Bayer unterstützte Untersuchung, die für eine stärkere Integration von Selbstmedikation in nationale Gesundheitssysteme plädiert. Laut der über Business Wire verbreiteten Studie ließen sich dadurch jährliche wirtschaftliche Vorteile von rund 179 Milliarden US-Dollar realisieren. Für Bayer, dessen Consumer-Health-Sparte mit rezeptfreien Präparaten am globalen Selbstmedikationsmarkt teilnimmt, unterstreicht die Studie das strategische Interesse an einer politischen Aufwertung dieses Segments.

Ruhe vor den Halbjahreszahlen

Seit dem 15. Juli befindet sich Bayer in der sogenannten Quiet Period vor der Veröffentlichung des Finanzberichts zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr, die für den 4. August terminiert ist. Unternehmensvertreter äußern sich in dieser Phase turnusgemäß nicht zu Geschäftszahlen oder Ausblick, was das aktuelle Nachrichtenbild stärker als sonst von rechtlichen und operativen Randthemen wie Ruveon und der Self-Care-Studie prägt.

Im Hintergrund bleibt der Rechtsstreit um Glyphosat präsent. Der US Supreme Court hatte Ende Juni im Grundsatzfall Durnell zugunsten von Bayer entschieden und festgestellt, dass bundesweite Kennzeichnungsvorgaben der Umweltbehörde EPA Vorrang vor abweichenden Warnhinweis-Forderungen einzelner Bundesstaaten haben. Die für Juli angesetzte Fairness-Anhörung zur finalen Genehmigung des 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Glyphosat-Sammelvergleichs wurde inzwischen auf den 19. August verschoben.

Vor diesem rechtlichen Hintergrund hatte der Barclays-Analyst Charles Pitman-King am 16. Juli sein Kursziel für Bayer von 50 auf 60 Euro angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt. Als Begründung nannte er eine Neubewertung der US-Rechtsrisiken infolge des Supreme-Court-Urteils. Die anstehenden Termine im August – Halbjahreszahlen und Gerichtsentscheidung – dürften zeigen, ob sich diese optimistischere Risikoeinschätzung in den operativen Kennzahlen niederschlägt.

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