Bayer Aktie: Sevabertinib-Daten untermauern Zulassung
Neue Studiendaten zu Sevabertinib stützen Bayers Onkologiegeschäft, während die Vergleichsanhörung zum Roundup-Streit näher rückt.

- SOHO-01-Daten untermauern Medikamentenwirkung
- Barclays hebt Bayer-Kursziel auf 70 Euro
- Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
- Roundup-Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar
Bayer hat am Donnerstag zusätzliche Details zur Wirksamkeit seines Lungenkrebs-Medikaments Sevabertinib veröffentlicht. Reuters und Morningstar berichteten über Ergebnisse aus dem SOHO-01-Studienprogramm, die im Nachgang der US-Zulassung als Erstlinientherapie bekannt wurden. Die Daten liefern nun die inhaltliche Grundlage, mit der Analysten das Onkologie-Potenzial des Konzerns neu bewerten.
Barclays reagierte bereits am Dienstag und hob das Kursziel für Bayer auf 70 Euro an, die Einstufung blieb bei Overweight. Zwei Tage später bestätigte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro. Beide Häuser begründen ihre Einschätzung mit dem Fortschritt im Onkologie-Portfolio, das durch die Zulassung von Sevabertinib als Hyrnuo unter der beschleunigten FDA-Prozedur ein zusätzliches Standbein erhalten hat.
Studiendetails als Kurstreiber
Die nachgereichten SOHO-01-Daten sollen laut den Berichten belegen, wie belastbar die Wirksamkeit bei HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs tatsächlich ist.
Für Anleger ist das relevant, weil die reine Zulassungsmeldung noch keine Aussage über die Größe der adressierbaren Patientengruppe oder die Dauer des Ansprechens liefert. Erst die begleitenden Studienzahlen erlauben es Analysten, das Umsatzpotenzial im Onkologiesegment realistisch einzuordnen.
Parallel dazu bleibt Bayer im Rechtsstreit um Roundup gefordert: Für den 14. September steht eine Vergleichsanhörung im US-Bundesstaat Missouri an, bei der ein 7,25 Milliarden US-Dollar schwerer Vergleich geprüft wird. Dieser Termin dürfte in den kommenden Tagen erneut in den Fokus rücken, unabhängig von der Onkologie-Nachricht.
Kursreaktion verhalten
Trotz der positiven Analystenreaktionen zeigte sich die Aktie zuletzt wenig bewegt. Am Freitag schloss das Papier bei 48,19 Euro und damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 48,57 Euro, ein Abstand von 0,8 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 30 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der Markt die grundsätzliche Neubewertung des Konzerns bereits in weiten Teilen vorweggenommen hat.
Die verhaltene Tagesreaktion lässt sich auch damit erklären, dass die Studiendetails selbst keine überraschenden neuen Fakten lieferten, sondern die bereits bekannte Zulassung untermauerten.
Für die weitere Kursentwicklung dürfte daher entscheidend sein, ob sich die von Barclays und der Deutschen Bank skizzierten Wachstumserwartungen im Onkologiegeschäft in den kommenden Quartalszahlen bestätigen. Bis dahin bleibt die Vergleichsanhörung in Missouri der nächste konkrete Termin, der die Aktie kurzfristig bewegen könnte.
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