Bayer Aktie: Stivarga-Verkauf an Grünenthal vereinbart

Der Arzneiverkauf und neue Hybridfinanzierungen stärken Bayers Spielraum; die Genehmigung des US-Roundup-Vergleichs steht noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Stivarga-Verkauf für bis zu 375 Millionen Euro vereinbart
  • Abschluss frühestens Ende 2026 erwartet
  • Hybridanleihen über zwei Milliarden Euro platziert
  • Roundup-Vergleich in Missouri noch nicht genehmigt

Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer arbeitet an mehreren Fronten gleichzeitig: Während Verkäufe einzelner Medikamente liquide Mittel einbringen, stützt die Aufnahme von langfristigem Fremdkapital die Bilanz. Über dieser Neuordnung steht jedoch weiterhin die Bewältigung der rechtlichen Altlasten rund um das Herbizid Roundup in den Vereinigten Staaten. An der Börse legte die Bayer-Aktie heute um 0,6 Prozent auf 50,46 Euro zu.

Die aktuellen Maßnahmen spiegeln die Notwendigkeit wider, finanzielle Spielräume zu erweitern. Um den Konzern zu stabilisieren und künftige Zahlungsverpflichtungen abzufedern, trennt sich das Management von ausgewählten Präparaten und ordnet parallel die Finanzierungsstruktur neu.

Mittelzufluss durch Stivarga-Verkauf

Ein Baustein dieser Bereinigung ist die Veräußerung etablierter Arzneien. Am 21. September einigte sich Bayer über den Verkauf des Krebsmedikaments Stivarga an das Pharmaunternehmen Grünenthal. Die Vereinbarung sieht einen Kaufpreis von bis zu 375 Millionen Euro vor.

Der Vollzug der Transaktion ist an marktübliche Bedingungen geknüpft, zu denen insbesondere die Freigaben durch die zuständigen Behörden gehören. Bayer rechnet damit, dass der Verkauf Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen werden kann.

Refinanzierung über Hybridanleihen

Parallel dazu sicherte sich der Konzern langfristige Finanzmittel am Kapitalmarkt. Bayer platzierte Hybridanleihen im Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro. Die Emission teilt sich in zwei Tranchen auf, die jeweils über eine Laufzeit von 30 Jahren verfügen.

Die Aufnahme von nachrangigem Hybridkapital dient Industrieunternehmen typischerweise dazu, die bilanzielle Bonität bei Ratingagenturen zu stützen, ohne das Eigenkapital durch die Ausgabe neuer Aktien zu verwässern.

Für die beiden Tranchen wurden feste Kupons von 5,75 Prozent und 6,25 Prozent festgelegt. Mit dieser Transaktion erhöht sich das gesamte ausstehende Volumen an Hybridanleihen bei Bayer auf 6,55 Milliarden Euro.

Hängepartie beim Roundup-Vergleich

Trotz dieser operativen und bilanziellen Schritte richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes vor allem auf die juristischen Verfahren in Nordamerika. Vor rund zwei Wochen wurde im US-Bundesstaat Missouri die gerichtliche Anhörung zur endgültigen Genehmigung des geplanten Roundup-Sammelvergleichs fortgesetzt.

Die angestrebte Vereinbarung sieht Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar vor und erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren. Eine sofortige Gerichtsentscheidung war nicht erwartet worden. Entsprechend lag im Anschluss an die Verhandlungstage noch kein Beschluss über die Wirksamkeit des Vergleichs vor.

Für Bayer bleibt dieser Vergleichskomplex der ausschlaggebende Faktor für die künftige Planungssicherheit. Erst wenn die rechtliche Bestätigung in Missouri vorliegt, lässt sich das finanzielle Ausmaß der US-Klagen für die kommenden Jahrzehnte verlässlich beziffern.

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