Bayer Aktie: Stivarga weg, was kommt?

Der Verkauf steht noch unter Genehmigungsvorbehalt; zugleich plant Bayer einen US-Pharmastandort und richtet seine Sparte neu aus.

Die Kernpunkte:
  • Stivarga-Verkauf für bis zu 375 Millionen Euro
  • Behördliche Freigaben für Transaktion noch ausstehend
  • US-Produktionsstätte für 2,2 Milliarden Dollar geplant
  • Hybridanleihen über zwei Milliarden Euro platziert

Bayer setzt bei der Neuausrichtung seiner Pharmasparte auf eine gezielte Bereinigung des Portfolios. Mit dem Verkauf des Krebsmedikaments Stivarga an den Pharmakonzern Grünenthal für bis zu 375 Millionen Euro trennt sich der Leverkusener Konzern von einem etablierten Produkt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und üblicher Vollzugsbedingungen.

Die Veräußerung verschafft dem Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum. Der Schritt fügt sich in die Strategie ein, Ressourcen stärker auf neue therapeutische Entwicklungen und Kernbereiche zu konzentrieren.

Analysten blicken auf den Agrarbereich

Im Vorfeld des nächsten Zwischenberichts am 3. November 2026 bestätigen Analysten ihre Zuversicht für den Konzern. Deutsche Bank Research beließ die Einstufung für die Aktie am 30. September auf „Buy“ mit einem Kursziel von 60 Euro.

Auch JPMorgan Chase bleibt optimistisch gestimmt. Analyst Richard Vosser führt das Papier weiterhin mit der Einstufung „Overweight“ und einem Kursziel von 61 Euro. Zwar hält Vosser frühe Markterwartungen an das dritte Quartal für zu hoch, sieht die Ursache dafür aber vor allem im zeitlichen Verlauf des Agrargeschäfts. An den Schätzungen für das Gesamtjahr erwartet er kaum Korrekturen.

Langfristige Weichenstellungen in den USA

Parallel zu den Portfoliomaßnahmen investiert Bayer massiv in den Ausbau der globalen Infrastruktur. Für einen neuen Pharmaproduktionsstandort in New Albany im US-Bundesstaat Ohio plant der Konzern Ausgaben in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar. Bayer rechnet an dem Standort mit rund 600 neuen Arbeitsplätzen.

Organisatorisch stellte der Konzern die Sparte ebenfalls neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober übernahm Dr. Christoph Koenen die Aufgaben des Chief Medical Officer der Pharma-Division. Ergänzend dazu stärkte das Unternehmen seine Kapitalstruktur am 23. September durch die Platzierung von Hybridanleihen im Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro.

Konsolidierung nach starkem Jahresverlauf

Am Aktienmarkt legte das Papier nach einer vorangegangenen Rally zuletzt eine Pause ein. Im heutigen Handel notiert der DAX-Titel bei 44,72 Euro.

Trotz des jüngsten Rücksetzers verzeichnet die Aktie seit Jahresanfang ein Kursplus von 21 Prozent. Der anstehende Berichtstermin im November dürfte nun wichtige Aufschlüsse darüber liefern, wie sich die Neuausrichtung der Geschäftsfelder in den operativen Zahlen niederschlägt.

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