Bayer Aktie: Supreme-Court-Urteil bis Ende Juli

Bayer erhält FDA-Zulassung für neues Kontrastmittel, doch der Aktienkurs bleibt verhalten. Der Fokus liegt auf dem anstehenden Urteil des Supreme Courts im Glyphosat-Streit.

Die Kernpunkte:
  • FDA genehmigt neues MRT-Mittel
  • Kurs bleibt nahe 200-Tage-Linie
  • Supreme Court Urteil erwartet
  • Konzernumbau mit Kostenzielen

Bayer liefert gute Nachrichten aus der Pharma-Forschung. Der Markt reagiert darauf auffällig kühl. Diese Spannung macht den Titel für mich aktuell hochinteressant.

Frische Zulassung verpufft

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat Bayers neues MRT-Kontrastmittel AMBELVIST zugelassen. Das Mittel kommt mit deutlich weniger Gadolinium aus als herkömmliche Präparate. Das ist objektiv ein echter Erfolg. Bayer stärkt damit seine Position in einer etablierten Nische.

Die Anleger honorieren das kaum. Der Kurs pendelt aktuell um 36,27 Euro. Damit notiert das Papier rund 27 Prozent unter seinem im Februar erreichten Jahreshoch. Einzelne Produktnachrichten drehen das Gesamtbild eben nicht.

Warten auf Washington

Das technische Bild fällt ambivalent aus. Seit wenigen Tagen notiert die Aktie wieder knapp über der 200-Tage-Linie von 36,03 Euro. Das deutet auf eine gewisse Bodenbildung hin. Der RSI-Wert von 46,8 signalisiert einen völlig neutralen Markt.

Der Grund für diese Zurückhaltung liegt auf der Hand. Die eigentliche Weichenstellung findet nicht im Labor statt. Sie liegt beim US-Supreme Court. Im Fall „Durnell“ entscheiden die Richter über eine absolute Grundsatzfrage. Darf ein Bundesstaat ein Unternehmen verurteilen, wenn die US-Bundesbehörde EPA das Produkt als sicher einstuft?

Ein Urteil wird bis Ende Juli erwartet. Diese Entscheidung wird die Aktie massiv bewegen. Alles andere verkommt zur Begleitmusik.

Harter Umbau, schwere Bilanz

Bayer baut den Konzern derweil radikal um. Bis Ende 2026 will das Management die Kosten um zwei Milliarden Euro drücken. Das geschieht vor allem durch einen massiven Stellenabbau in der Führungsebene.

Der Umsatz stieg zuletzt leicht auf 46 Milliarden Euro. Eine milliardenschwere Sonderbelastung für Rechtsstreitigkeiten drückte das Nettoergebnis jedoch tief ins Minus. Die Nettoverschuldung bleibt mit fast 30 Milliarden Euro drückend hoch.

Solange die US-Klagen so viel Kapital binden, fehlt Bayer die finanzielle Flexibilität. Das ist für mich das eigentliche Kernproblem. Keine FDA-Zulassung der Welt löst diesen Knoten.

Die Strukturfrage bleibt heiß

Im Hintergrund schwelt die Debatte um eine Aufspaltung weiter. Das Management lehnt diesen Schritt aktuell ab. Ein „Niemals“ ist das aber nicht. Ein Ende der Glyphosat-Klagen würde diese Diskussion sofort neu entfachen.

Eine Abspaltung der Sparte Consumer Health könnte die Schuldenlast massiv senken. Eine radikale Trennung von Pharma- und Agrargeschäft würde sogar eigenständige Unternehmen schaffen. Viele Investoren fordern genau das.

Mein Fazit fällt differenziert aus. Bayer ist kein hoffnungsloser Fall. Die Pipeline liefert und der Konzernumbau zeigt Wirkung. Wer heute kauft, wettet aber einzig auf einen günstigen Ausgang der Glyphosat-Saga in Washington. Fällt das Urteil positiv aus, dürfte die Strukturdiskussion am Markt explodieren. Fällt es negativ aus, droht ein erneuter Test des 52-Wochen-Tiefs von 25,09 Euro.

Anzeige

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 16. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Bayer