Bayer Aktie: Supreme Court zu Durnell

Der Supreme Court fällt heute ein wegweisendes Urteil zu Glyphosat-Klagen gegen Bayer. Ein positiver Ausgang könnte tausende Verfahren beenden.

Die Kernpunkte:
  • Supreme Court entscheidet über Glyphosat
  • Neue CFO Judith Hartmann im Amt
  • Asundexian-Zulassung in Europa beantragt
  • Aktie erholt sich vor Urteil

Heute ist der Tag. Der US Supreme Court gibt an diesem Donnerstag seine nächste Runde an Urteilen bekannt — und Bayer-Aktionäre warten auf eine Entscheidung, die den Konzern grundlegend entlasten oder weiter belasten könnte.

Im Fall „Durnell“ geht es um eine Grundsatzfrage: Darf ein Unternehmen nach einzelstaatlichem Recht verurteilt werden, wenn die US-Bundesbehörde EPA das Produkt als sicher eingestuft hat? Ein Urteil zugunsten von Bayer würde einen Großteil der noch offenen rund 65.000 Glyphosat-Klagen hinfällig machen. Ein ungünstiges Urteil lässt die Klagewelle weiterlaufen.

Neue CFO, alte Lasten

Mitten in dieser Drucksituation hat Judith Hartmann zum 1. Juni die Rolle der Finanzvorständin übernommen. Sie folgt auf Wolfgang Nickl, der planmäßig in den Ruhestand getreten ist. Hartmann bringt Erfahrung aus Konzernumbrüchen mit: Sie war CFO bei Bertelsmann und stellvertretende CEO bei ENGIE, davor in Führungspositionen bei General Electric in den USA, Europa und Brasilien.

Der Konzern, den sie übernimmt, steht unter erheblichem Druck. Im ersten Quartal 2026 flossen netto über zwei Milliarden Euro ab — überwiegend für PCB- und Glyphosat-Klagen. Die Dividende für 2025 wurde auf 0,11 Euro je Aktie gesenkt. Parallel dazu halbiert Bayer seine Führungsebenen und streicht Tausende Stellen.

Asundexian soll Xarelto ersetzen

Hartmann übernimmt aber auch ein Unternehmen mit einer sich füllenden Pipeline. Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Zulassungsantrag für Asundexian validiert und die Bewertung gestartet. Der Faktor-XIa-Hemmer soll ischämischen Schlaganfällen vorbeugen. In der Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE senkte er das Risiko eines erneuten Schlaganfalls um 26 Prozent gegenüber Placebo.

Es ist der erste Zulassungsantrag dieser Wirkstoffklasse in Europa. China und die USA haben bereits Priority Review gewährt. Eine EMA-Entscheidung ist realistisch in zwölf bis achtzehn Monaten zu erwarten.

Der Hintergrund: Xarelto verliert seinen Patentschutz. Die Erlöse brachen 2025 um ein Drittel auf 2,6 Milliarden US-Dollar ein. Asundexian soll diese Lücke füllen.

Für 2026 rechnet Bayer damit, dass stärkere Beiträge aus Agrar und Consumer Health ein schwächeres Pharma-Ergebnis ausgleichen. Unterm Strich plant der Konzern mit einer in etwa stabilen Geschäftsentwicklung.

Die Aktie notiert bei 37,75 Euro und liegt damit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 37,92 Euro. In den vergangenen sieben Handelstagen legte sie 5,07 Prozent zu — das Glyphosat-Urteil von heute dürfte zeigen, ob dieser Schwung anhält.

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