Bayer Aktie: UBS hebt Kursziel auf 62 Euro
Bayer verbessert dank Apollo-Kapital die Bilanzprognose und erhält von UBS und DZ Bank höhere Kursziele. Glyphosat-Vergleich bleibt im Fokus.

- Schuldenziel auf 29 bis 30 Milliarden gesenkt
- Apollo-Investition bringt drei Milliarden Euro
- UBS und DZ Bank erhöhen Kursziele
- Glyphosat-Anhörung auf September verschoben
Bayer hat die Nettofinanzverschuldung für Jahresende 2026 auf eine Spanne von 29 bis 30 Milliarden Euro gesenkt, zuvor hatte der Konzern noch 32 bis 33 Milliarden Euro veranschlagt. Möglich macht das eine Kapitalzuführung von Apollo, die dem Unternehmen 3,0 Milliarden Euro einbringt. Der Leverkusener Konzern hatte dies zusammen mit den Quartalszahlen Anfang August mitgeteilt.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Bayer einen Umsatz von 10,9 Milliarden Euro, bereinigt ein Plus von 2,2 Prozent. Das EBITDA stieg um 1,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der Kerngewinn je Aktie fiel dagegen um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro. Die Jahresguidance für 2026 bestätigte das Unternehmen unverändert.
Analysten reagieren mit höheren Kurszielen
Die Kombination aus solidem operativem Geschäft und deutlich verbesserter Bilanzstruktur überzeugte mehrere Analysehäuser. UBS hob das Kursziel für Bayer von 52 auf 62 Euro an und bestätigte das Rating „Buy“. Die DZ Bank erhöhte ihren fairen Wert von 54 auf 60 Euro und beließ es bei „Kaufen“. JPMorgan bestätigte am selben Tag das Rating „Overweight“ mit einem Kursziel von 50 Euro.
Der Aktienkurs spiegelt diese Neubewertung bereits wider. Am Freitag schloss das Papier bei 47,90 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent auf Tagessicht. Über zwölf Monate hat sich der Kurs um 72 Prozent verbessert, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 29 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie derzeit elf Prozent.
Rechtliche Altlasten bleiben im Blick
Neben der operativen Entwicklung bewegt vor allem der Glyphosat-Komplex den Kurs. Die Vergleichsanhörung in diesem Verfahren wurde auf den 14. September verschoben, wie Bayer bestätigte. Anleger werten den Termin als möglichen Wendepunkt für die anhaltende Rechtsunsicherheit rund um das Unkrautvernichtungsmittel.
Rückenwind erhielt Bayer bereits im Juni durch ein Urteil des US Supreme Court im Fall Durnell. Das Gericht entschied zugunsten des Konzerns und stellte klar, dass Bundesrecht bei Warnhinweisen auf Produktlabels Vorrang hat. Das Urteil gilt als Präzedenzfall, der künftige Klagen gegen Bayer erschweren könnte.
Zukäufe stärken die Pipeline
Auch abseits der Rechtsstreitigkeiten investiert Bayer in Wachstum. Im Mai übernahm der Konzern Perfuse Therapeutics, ein Unternehmen mit Fokus auf Ophthalmologie.
Der Deal hat ein Gesamtvolumen von bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, davon 300 Millionen US-Dollar als Sofortzahlung, der Rest an Meilensteine gebunden. Im Zentrum steht der Wirkstoffkandidat PER-001, der sich in einer Phase-II-Studie gegen Glaukom und diabetische Retinopathie befindet.
Die Apollo-Transaktion soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Die neu gegründete Gesellschaft, an der Apollo-verwaltete Fonds eine Minderheitsbeteiligung halten, bringt Bayer die frische Liquidität, mit der der Konzern seinen Schuldenabbau beschleunigen will. Für Anleger bleibt der Termin im September der nächste wichtige Prüfstein, ob sich die positive Kursentwicklung der vergangenen Monate fortsetzt.
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