Bayer Aktie: Vergleich vor Weihnachten

Bayer erhöht die EBITDA-Zielspanne für 2026; eine Richterentscheidung zum Glyphosat-Vergleich könnte laut Konzernchef bis Weihnachten fallen.

Die Kernpunkte:
  • EBITDA-Zielspanne um 200 Millionen Euro angehoben
  • Richterentscheidung zum Glyphosat-Plan noch offen
  • Pharma-EBITDA wächst um fast ein Viertel
  • Agrar-Ergebnis sinkt um mehr als 40 Prozent

Ein Datum für den Glyphosat-Vergleich rückt näher. Konzernchef Bill Anderson rechnet bis Weihnachten mit einer Entscheidung des zuständigen Richters. „Es könnte jede Woche so weit sein“, sagte er nach der Vorlage der Quartalszahlen.

Der Vergleich im Detail

Im Kern geht es um einen breit angelegten Sammelvergleich vor einem Gericht in St. Louis. Bayer würde über bis zu 21 Jahre abnehmende, gedeckelte Zahlungen leisten, insgesamt höchstens 7,25 Milliarden Dollar. Damit der Plan greift, muss zudem fast die gesamte Klägerschaft zustimmen.

Rund 65.000 Klagen sind derzeit anhängig. Die Kläger machen Roundup für Krebserkrankungen wie das Non-Hodgkin-Lymphom verantwortlich. Bayer hält Glyphosat nach eigener Darstellung für sicher. Nach dem Erfolg vor dem Supreme Court im Juni hat der Konzern sein US-Roundup-Geschäft in eine eigene Einheit namens Ruveon ausgegliedert und intern abgetrennt.

Offen bleibt das PCB-Thema. Diese Verfahren seien vielschichtiger, so Anderson. Bayer wolle sich entweder entschlossen verteidigen oder Vergleiche schließen, und in den kommenden Quartalen sei mit mehr Verfahren zu rechnen.

Pharma trägt die Zahlen

Das operative Geschäft lieferte die passende Kulisse. Die Pharmasparte steigerte ihr bereinigtes Ebitda um fast ein Viertel auf 1,29 Milliarden Euro und erwirtschaftet damit den Großteil des Konzerngewinns. Das Prostatakrebsmittel Nubeqa legte um mehr als die Hälfte auf knapp eine Milliarde Euro Umsatz zu. Kerendia liegt mit 374 Millionen Euro nur noch knapp hinter dem patentbedrohten Xarelto.

Die Agrarsparte bremste. Ihr operatives Ergebnis sank im saisonal schwächeren Quartal um mehr als 40 Prozent auf 101 Millionen Euro, belastet von höheren Herstellungs- und Vertriebskosten. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 672 Millionen Euro, nach 963 Millionen im Vorjahreszeitraum. Wertminderungen im Bereich Consumer Health und Rechtskosten spielten hinein.

Prognose angehoben

Anderson hebt die Ergebnisprognose an. Das bereinigte Ebitda soll 2026 bei 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro liegen, jeweils 200 Millionen mehr als bisher. Analysten hatten im Schnitt mit 9,7 Milliarden Euro gerechnet. Auch beim Free Cashflow und bei der Nettoverschuldung fällt der Ausblick besser aus. Die Umsatzprognose bleibt unverändert.

Die Aktie legte am Vormittag um rund vier Prozent auf gut 52 Euro zu. Das Mehrjahreshoch von fast 54 Euro aus dem Sommer rückt damit wieder in Reichweite. Eine Zulassung für den Gerinnungshemmer Asundexian in den USA, die laut Marktbeobachtern bald erfolgen dürfte, könnte der Pharmasparte zusätzlichen Schub geben. Für den Glyphosat-Vergleich nennt der Konzernchef selbst den Dezember als Zielmarke.

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