Bayer Aktie verliert – Problem oder Chance?

Die Bayer AG hat bislang ein turbulentes Jahr hinter sich. Die geplante Übernahme von Monsanto hat die Schlagzeilen in 2016 bestimmt und auch einige Nerven gekostet. Schließlich ist der US-Saatguthersteller mit 66 Milliarden Dollar Kaufpreis alles andere als ein Schnäppchen. Nun beginnt die Finanzierung des Deals mit einer Wandelanleihen-Platzierung. Die Aktie des Chemie-Giganten geriet daraufhin gestern unter Druck und verlor zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent – wirklich viel Sinn ergibt der Absturz aber nicht.

© Bayer
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Wenn eine Aktie einen Tagesverlust von mehr als vier Prozent hinnehmen muss, hat das in der Regel gute Gründe: Entweder rauscht beispielsweise der gesamte Index in den Keller oder das entsprechende Unternehmen hat schlechte Nachrichten zu verarbeiten.

Beides war aber beim gestrigen Absacken der Bayer-Aktie nicht wirklich der Fall. Der Grund für die schlechte Performance des Titels scheint vor allem die Platzierung einer Pflichtwandelanleihe zu sein. Diese ist der Anfang einer ganzen Reihe von Maßnahmen des Konzerns für die Finanzierung der Monsanto-Übernahme. Vier Milliarden Euro hat Bayer mit der Anleihe eingesammelt.

Kapitalmaßnahmen für Übernahme sind eigentlich keine Überraschung für Anleger

Direkt nach dem Abschluss des Deals hat der DAX-Konzern bekannt gegeben, dass die Finanzierung der Übernahme unter anderem mit 19 Milliarden US-Dollar Eigenkapital über die Bühne gehen soll – auch mit Pflichtwandelanleihen. Als Überraschung kann die platzierte Anleihe also keinesfalls gewertet werden.

Weitere Kapitalmaßnahmen werden folgen, die Verwässerung des Eigenkapitals ist also noch nicht abgeschlossen. Warum der Titel nun gestern gut vier Prozent verloren hat, bleibt trotzdem ein Rätsel, denn die Maßnahmen sind schon längst bekannt. Unter anderem werden Gewinnmitnahmen als möglicher Grund für den kleinen Bayer-Kursrutsch genannt.

Bayer-Aktie hat Langfrist-Potenzial

In den nächsten Monaten bleiben gewisse Unsicherheiten bei Bayer auf der Tagesordnung. Etwa: Ist der Monsanto-Deal doch zu teuer, übernimmt sich der Chemie-Gigant? Wie entwickelt sich das schlechte Image des US-Konzerns in Deutschland?

Aufgrund der ungeklärten Fragen kann die Bayer-Aktie durchaus wieder unter Druck geraten. Fest steht aber auch, dass der Titel derzeit nicht zu teuer ist und vor allem mittel- und langfristig Aufwärtspotenzial hat. Ein Zahlenbeispiel? Momentan liegt das Papier bei knapp 92 Euro – im Frühjahr 2015 konnte auch schon mal die 140 Euro-Marke geknackt werden.

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