Bayer Aktie: Zölle, Gericht, Vergleich

Bayer hält trotz US-Importzöllen an seiner Jahresprognose fest. Der Konzern sieht sich parallel mit einer wichtigen Glyphosat-Verhandlung vor dem Supreme Court und einem negativen Cashflow konfrontiert.

Die Kernpunkte:
  • US-Präsident Guth sieht Jahresprognose durch Zölle nicht gefährdet
  • Supreme Court verhandelt Ende April über Glyphosat-Klagen
  • Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar vorläufig genehmigt
  • Management erwartet für 2026 negativen freien Cashflow

Drei Baustellen, ein Botschaft: Bayer-US-Präsident Sebastian Guth erklärte am Dienstag gegenüber Reuters, das Unternehmen sehe keinen Grund, seine Jahresprognose wegen der US-Importzölle auf Pharmawaren anzupassen. Die Guidance sei entsprechend bereits kalibriert.

Hintergrund ist ein Handelsabkommen zwischen den USA und der EU, das Zölle auf Arzneimittel aus EU-Ländern auf 15 Prozent begrenzt. Bayer hatte im März ein bereinigtes EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro für 2026 in Aussicht gestellt — leicht über dem Vorjahreswert von 9,669 Milliarden Euro.

Außen vor beim Pharma-Deal

Sechzehn der weltgrößten Pharmaunternehmen haben bereits Vereinbarungen mit der Trump-Administration unterzeichnet, die bestimmte Medikamentenlieferungen von den Zöllen ausnehmen. Bayer gehörte nicht dazu. Ob das Unternehmen entsprechende Gespräche führt, wollte Guth nicht kommentieren.

Parallel verhandelt Bayer in Europa, Japan und anderen Märkten über höhere Preise für neue Arzneimittel — während Washington gleichzeitig auf Kostenbegrenzung drängt. Ein strukturelles Spannungsfeld, das sich so schnell nicht auflösen wird. Ab dem 1. Mai übernimmt Nelson Ambrogio die Leitung von Bayer U.S. Pharmaceuticals.

Supreme Court und Vergleich rücken näher

Das wichtigere Ereignis dürfte der 27. April sein. Dann verhandelt der Oberste Gerichtshof der USA über Bayers Argument, dass das Bundesgesetz FIFRA staatliche Klagen wegen fehlender Krebswarnungen auf Glyphosat-Produkten grundsätzlich ausschließt. Die Trump-Administration stützt diese Rechtsposition — ein Kurswechsel gegenüber der Biden-Ära. Drei US-Bundesstaaten, zuletzt Kentucky, haben zudem Gesetze verabschiedet, die Bayer vor solchen Klagen auf Staatsebene schützen.

Seit der Monsanto-Übernahme 2018 hat Bayer mehr als 11 Milliarden Dollar an Vergleichen und Urteilen gezahlt. Ein Richter in Missouri hat den vorgeschlagenen 7,25-Milliarden-Dollar-Roundup-Vergleich vorläufig genehmigt; Kläger können bis zum 4. Juni aus dem Vergleich aussteigen. Für 2026 erwartet das Management einen negativen freien Cashflow von rund 5 Milliarden Euro.

Die Aktie notiert rund 20 Prozent unter ihrem Jahreshoch vom Februar. Am 24. April findet die Hauptversammlung statt, am 12. Mai folgen die Q1-Zahlen — dann wird sich zeigen, ob die selbstbewusste Guidance standhält.

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