Bayer-Konzern wächst – Aktie dagegen stagniert

Bayer glänzt heute mit den Zahlen für das 2. Quartal. Sehr gute Geschäftsentwicklung in allen drei Teilkonzernen hatte zum deutlichen Wachstum geführt. Allerdings war der Fokus besonders auf die geplante Trennung der Kunststoffsparte vom Mutterkonzern gerichtet, die bald beginnen soll. Insgesamt klingt das für potenzielle Anleger sehr verführerisch. Trotzdem sollten Sie sich zurückhalten.

 

© Bayer
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Das Zahlenwerk von Bayer fiel fast schon mustergültig aus. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 18% auf rund 12 Mrd. Euro. Das EBIT konnte sogar um knapp 28% auf rund 1,8 Mrd. Euro gesteigert werden. Bayer hätte ein noch höheres EBIT erreicht, wenn nicht die hohen Sonderaufwendungen, u. a. für den geplanten Börsengang der Kunststoffsparte und Integrationskosten von zugekauften Geschäften, gewesen wären.

Die Sonderbelastungen beliefen sich auf ingesamt 255 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 48 Mio. Euro. Für das Konzernergebnis bedeutete das eine Steigerung um fast 21% auf 1,15 Mrd. Euro.

 

Neue Pharma-Produkte sorgen für Umsatzsteigerung

Besonders gut hatte sich die Sparte HealthCare mit einer Umsatzsteigerung von 28% auf fast 6 Mrd. Euro entwickelt. Die neuen Pharma-Produkte, die Bayer zur Diversifikation eingeführt hatte, sind am Markt gut angekommen und hatten das Geschäft angekurbelt.

 

Abspaltung der Kunststoffsparte

Am 1. September soll die Abspaltung der Kunststoffsparte MaterialScience unter dem Namen „Covestro“ beginnen. Ziel ist es, Covestro erfolgreich spätestens Mitte 2016 an die Börse zu bringen. Offen ist allerdings bisher noch, ob die Sparte in Form einer Neuemission oder eines Spin-Offs vom Mutterunternehmen getrennt wird.

Erfreulich für die Marktteilnehmer war, dass sich MaterialScience im 2. Quartal trotz rückläufiger Kunststoffpreise positiv entwickeln konnte. Der Umsatz stieg um über 11% auf rund 3,2 Mrd. Euro.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich sogar um deutlich über 87% auf 506  Mio. Euro. Gestiegene Absatzmengen und positive Währungseffekte hatten für das Wachstum gesorgt.

 

Prognose angepasst

Bereits nach den Zahlen für das 1. Quartal hatte Bayer seine Prognose für das laufende Jahr angepasst. Aktuell erwartet der Konzern einen Umsatz von rund 47 Mrd. Euro. Ursprünglich sollten es noch bis zu 49 Mrd. Euro sein. Auch die positiven Währungseffekte wurden gegenüber dem Vorjahr von rund 9% auf nun 7% korrigiert.

Für das EBITDA vor Sondereinflüssen plant Bayer nach wie vor eine Steigerung im oberen Zehner-Prozentbereich. Vor allem im Zusammenhang mit dem Börsengang von „Covestro“ und der Integration von neugekauften Consumer-Care-Geschäften erwartet Bayer Sonderaufwendungen von etwa 900 Mio. Euro.

 

Bayer-Aktie - Die Luft wird dünn

Die Bayer-Aktie befindet sich seit 2011 in einem langjährigen ungebrochenen Aufwärtstrend. In der ersten Jahreshälfte 2015 erfolgte eine Beschleunigung des Trends. Die Aktie stieg bis zu ihrem Rekordhoch bei über 146 Euro. Seitdem konsolidiert sie seitwärts auf hohem Niveau. Diese kurzfristige Entwicklung testet den langfristigen Aufwärtstrend. Noch ist er intakt. Damit das auch so bleibt, sollte die Notierung wieder deutlich über die Marke von 130,50 Euro steigen.

150729 Bayer

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