BayWa Aktie: Cefetra-Probe läuft

BayWa erwartet bis Ende April 107 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf. Der Konzern muss bis 2028 vier Milliarden Euro refinanzieren, wobei der Verkauf von T&G Global als nächster wichtiger Schritt gilt.

Die Kernpunkte:
  • Schuldenabbau von 1,3 Milliarden Euro bereits erreicht
  • Verkauf der Obsttochter T&G Global als nächster Schritt
  • Stellenabbau und Schließung von 26 Niederlassungen
  • Jahresabschluss 2025 verzögert sich bis ins vierte Quartal

Noch in diesem Monat zeigt sich, ob BayWas Sanierungsfahrplan hält, was er verspricht. Aus dem bereits vollzogenen Verkauf der niederländischen Getreidehändlertochter Cefetra stehen zwei Zahlungseingänge aus: 45 Millionen Euro Kaufpreisrate sowie rund 62 Millionen Euro aus rückzuerstattenden Gesellschafterdarlehen — beides fällig bis spätestens 30. April.

Der Cefetra-Deal selbst wurde im Februar abgeschlossen und reduziert die Konzernverbindlichkeiten um 600 Millionen Euro. Zusammen mit Verkäufen aus dem Vorjahr kommt BayWa damit auf insgesamt 1,3 Milliarden Euro Schuldenabbau.

Drei Milliarden noch offen

Das klingt nach Fortschritt — und ist es auch. Allerdings bleibt die Lücke gewaltig. Bis 2028 benötigt der Konzern vier Milliarden Euro, gesichert ist bislang knapp ein Drittel. Der ursprünglich zentrale Baustein des Plans — der Verkauf von 51 Prozent der Energietochter BayWa r.e. für bis zu 1,7 Milliarden Euro — ist gescheitert. Als die USA Anfang 2025 Fördergelder für erneuerbare Energien strichen, brach der erzielbare Verkaufspreis weg.

Operativ laufen harte Einschnitte: 1.300 Stellen fallen bis 2027 weg, 26 Niederlassungen schließen dauerhaft. Die Jahresprognose für 2026 wurde gestrichen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt.

T&G Global als nächster Prüfstein

Als wichtigster verbleibender Verkaufskandidat gilt die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global, an der BayWa knapp 74 Prozent hält. Das Unternehmen vermarktet Apfelmarken wie Envy und Jazz in mehr als 60 Länder und erzielte 2024 einen Umsatz von 1,36 Milliarden US-Dollar. Goldman Sachs begleitet den Verkaufsprozess. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro — wobei Minderheitsaktionäre, darunter die Hongkonger Joy Wing Mau Group mit knapp 20 Prozent, die Transaktion erschweren.

Parallel vollzieht BayWa einen weitreichenden Governance-Umbau. Drei Aufsichtsratsmitglieder sind bereits ausgeschieden, drei Nachbesetzungen stehen aus. Die Genehmigungsschwelle für Geschäfte durch den Aufsichtsrat wurde von 200 auf 50 Millionen Euro abgesenkt — ein klares Signal an Gläubiger und Investoren, dass die Kontrolle künftig enger greift.

Jahresabschluss frühestens im Herbst

Für eine belastbare Einschätzung der tatsächlichen Finanzlage fehlt Investoren weiterhin die Grundlage: Der testierte Konzernabschluss für 2025 verzögert sich voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026. Zusätzlich ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen Untreue gegen die ehemaligen Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger — der Vorwurf lautet auf systematisch falsch dargestellte Finanzlage im Jahresabschluss 2023.

Entscheidend für den weiteren Zeitplan ist zudem die Haltung der Gläubigerbanken: Stimmen sie einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zu, gewinnt das Management den nötigen Spielraum. Die Cefetra-Zahlungseingänge Ende April sind damit mehr als eine Formalität — sie sind der erste konkrete Belastungstest dafür, ob der Sanierungsfahrplan in der Praxis funktioniert.

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