BayWa Aktie: EBITDA-Erwartung von 230 auf 150 Millionen

Der geplante Verkauf von BayWa r.e. bringt weniger Erlös als erwartet, was die Finanzierungslücke des Konzerns vergrößert und den Sanierungsplan erschwert.

Die Kernpunkte:
  • Niedrigere EBITDA-Erwartungen für BayWa r.e.
  • Verkaufserlös sinkt unter ursprüngliche Prognose
  • Stillhalteabkommen sichert Finanzierung bis Herbst 2026
  • Operative Fortschritte bei rückläufigem Umsatz

BayWa steckt in einer Sanierung, deren härtester Punkt nicht der laufende Betrieb ist, sondern die Bewertung der Energietochter. Der geplante Verkauf von BayWa r.e. sollte Luft schaffen. Nun droht ausgerechnet dieser Baustein kleiner auszufallen als erhofft.

Am Donnerstag schloss die BayWa Aktie bei 12,10 Euro; auf Monatssicht steht ein Minus von 11,03 Prozent, über zwölf Monate ein Rückgang von 37,63 Prozent.

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Das Plus von 2,98 Prozent über sieben Tage wirkt deshalb eher wie eine Gegenbewegung, weil der Wert weiter klar unter wichtigen Durchschnittslinien handelt.

BayWa r.e. wird zum Knackpunkt

BayWa befindet sich seit 2024 in einer umfassenden finanziellen Restrukturierung. Ein zentraler Pfeiler des ursprünglichen Plans war der Verkauf von BayWa r.e., der Tochter für erneuerbare Energien.

Der avisierte Erlös lag ursprünglich bei rund 1,7 Milliarden Euro und beruhte auf EBITDA-Erwartungen für 2028. Genau dort verschiebt sich jetzt die Rechnung.

Statt der früher erwarteten 230 Millionen Euro EBITDA wird für BayWa r.e. aktuell nur noch mit rund 150 Millionen Euro gerechnet. Damit sinkt der mögliche Verkaufserlös deutlich. Für den Mutterkonzern öffnet das eine Finanzierungslücke, die den Sanierungsplan belastet.

StaRUG verschafft Zeit

Die finanzierenden Banken haben einem Stillhalteabkommen bis Herbst 2026 zugestimmt. Für die Finanzierung bis Ende 2027 nutzt BayWa ein StaRUG-Verfahren, dem mehr als 95 Prozent der Finanzgläubiger zugestimmt haben.

Das verschafft Zeit und soll die Laufzeitverlängerung der Finanzierung rechtlich absichern. Es löst aber nicht automatisch das Bewertungsproblem bei BayWa r.e. Genau deshalb bleibt die Tochter der entscheidende Hebel in der Sanierung.

Für BayWa r.e. selbst sieht die Lage etwas stabiler aus. Die Tochter konnte eine Finanzierung von rund 3 Milliarden Euro bis 2029 sichern. Das stärkt ihre Position als unabhängiger Stromerzeuger, ändert aber wenig daran, dass der Konzern auf einen belastbaren Wertansatz angewiesen ist.

Operative Fortschritte, rechtliche Risiken

Im Auftaktquartal sank der Umsatz auf 2,3 Milliarden Euro nach 3,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Nach Unternehmensangaben war dieser Rückgang Teil der Sanierung und hängt unter anderem mit dem Verkauf der Cefetra Group zusammen.

Positiv fällt auf: Das bereinigte EBITDA lag über den Vorgaben des Sanierungsplans und übertraf den Vorjahreswert deutlich. BayWa nimmt margenschwächere Produkte aus dem Sortiment und richtet das Geschäft stärker auf ertragsreichere Linien aus. Das drückt auf den Umsatz, kann aber die Qualität der Erlöse verbessern.

Das operative Umfeld bleibt dennoch schwierig. Ungünstige Witterung belastet das Agrargeschäft, die schwache Baukonjunktur trifft den Baustoffbereich. Höhere Kosten für Diesel und Düngemittel verschärfen die Lage zusätzlich.

Hinzu kommen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen ehemalige Vorstandsmitglieder wegen Untreue und möglicher fehlerhafter Darstellungen im Jahresabschluss 2023. Solche Altlasten wiegen in einer Sanierung besonders schwer, weil Vertrauen ohnehin knapp ist.

BayWa hat Zeit gewonnen, aber noch keine einfache Lösung. Bis Herbst 2026 steht die Finanzierung unter dem Schutz des Stillhalteabkommens; bis Ende 2027 muss die Anschlussfinanzierung tragfähig bleiben. Der Kurs dürfte anfällig bleiben, solange der Wert von BayWa r.e., die Finanzierungslücke und die juristischen Fragen nicht belastbar geklärt sind.

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