BayWa Aktie: Energietochter wankt

Der Verkauf der Cefetra Group entlastet die Bilanz, doch die für die Sanierung zentrale Ökostromtochter BayWa r.e. verfehlt ihre Ziele. Gleichzeitig verlassen Vorstandschef und Aufsichtsräte das Unternehmen.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf von Cefetra reduziert Schulden um 600 Millionen Euro
  • Energietochter BayWa r.e. verfehlt Planungen deutlich
  • Vorstandschef und drei Aufsichtsräte treten zurück
  • Verkauf von T&G Global für 2026 geplant

Der Verkauf der Handelstochter Cefetra ist vollzogen, die Bilanz um über 600 Millionen Euro entlastet. Doch ausgerechnet BayWa r.e., die Energiesparte, auf deren Verkauf die gesamte Sanierung fußt, schwächelt massiv. Parallel verlassen zentrale Führungspersonen das Unternehmen – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Cefetra bringt Entlastung, aber nicht genug

Der Verkauf der Cefetra Group an ein Investorenkonsortium ist abgeschlossen. Der direkte Kaufpreis liegt bei 125 Millionen Euro, der eigentliche Hebel entsteht durch die Entkonsolidierung: Die Bankverbindlichkeiten sinken um über 600 Millionen Euro, da die Kredite der Tochter aus der Konzernbilanz fallen.

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Zusammen mit den Verkäufen des Vorjahres hat BayWa die Bankverbindlichkeiten um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert. Das klingt nach Fortschritt, deckt aber nur etwa ein Drittel des Gesamtziels bis 2028 ab. Rund 2,7 Milliarden Euro fehlen noch – und genau hier beginnt das Problem.

BayWa r.e. verfehlt die Planung deutlich

Von den fehlenden 2,7 Milliarden Euro sollten rund 2 Milliarden Euro durch den Verkauf der Mehrheitsanteile an BayWa r.e. kommen. Doch die Ökostromtochter verfehlt ihre Planungen deutlich. Als Gründe nennt das Unternehmen verschlechterte Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien in den USA und Europa.

Besonders brisant: Die USA waren 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Markt für BayWa r.e. Die regulatorische Vollbremsung trifft das Unternehmen damit direkt ins Zentrum seiner Wertschöpfung. Die Verzögerung zieht weitere Kreise – auch der testierte Jahresabschluss für 2025 verschiebt sich. Das Management hat vorsorglich Gespräche mit den Finanzierern aufgenommen.

Führungsspitze bricht auseinander

Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 „in beiderseitigem Einvernehmen“ aus, sein Mandat endete bereits mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat werfen gleich drei Mitglieder das Handtuch: CSU-Politikerin Monika Hohlmeier und Bankdirektor Michael Höllerer legen ihre Mandate Ende März nieder, Monique Surges folgt Ende Mai.

Die Aufsichtsräte waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatten, der BayWa 2024 in die Krise führte. Die Kontrollmechanismen wurden verschärft: Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro billigen – vorher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro. Drei Nachbesetzungen sollen zeitnah erfolgen.

T&G Global als nächster Baustein

Für 2026 ist der Verkauf der neuseeländischen Tochter Turners & Growers (T&G Global) geplant. Insidern zufolge könnte das rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen. Zusätzlicher Druck kommt von der BaFin, die seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023 prüft.

Am 26. März 2026 veröffentlicht BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Diese Daten werden zeigen, ob die Bewertung der Energietochter den Zeitplan zur Entschuldung noch trägt oder ob das Rettungskonzept grundlegend überarbeitet werden muss. Der Erfolg der Sanierung hängt nun davon ab, wie stark die Bewertung der BayWa r.e. korrigiert werden muss und wie kooperativ sich die Finanzierungspartner zeigen.

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