BayWa Aktie: Ermittlungen und Milliardenlücke

Der Agrar- und Energiekonzern BayWa sieht sich mit einer BaFin-Beanstandung, staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und einer Finanzierungslücke konfrontiert. CEO Frank Hiller tritt mit sofortiger Wirkung zurück.

Die Kernpunkte:
  • BaFin beanstandet Jahresabschluss 2023
  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue
  • US-Geschäft reißt Milliardenlücke in Plan
  • CEO Frank Hiller tritt sofort zurück

Beim Agrar- und Energiekonzern BayWa eskaliert die Lage auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Neben einer formellen BaFin-Rüge und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen frühere Vorstände reißt das US-Geschäft eine Milliardenlücke in den Restrukturierungsplan. Der sofortige Rücktritt von CEO Frank Hiller unterstreicht den Ernst der Situation.

Staatsanwalt und Finanzaufsicht greifen ein

Die juristische Aufarbeitung der vergangenen Jahre holt das Unternehmen ein. Die Finanzaufsicht BaFin beanstandete den Jahresabschluss 2023 formal, da wesentliche Risiken rund um einen Milliardenkredit und Anleihen in Höhe von über 1,1 Milliarden Euro verschwiegen wurden. Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter den damaligen Vorstandschef Marcus Pöllinger. Diese Entwicklungen werfen auch ein schlechtes Licht auf die Wirtschaftsprüfer von PwC, die dem Abschluss seinerzeit ein uneingeschränktes Testat erteilten.

Zusätzlich verhängte das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld, da BayWa die Konzernrechnungslegungsunterlagen für 2024 nicht fristgerecht eingereicht hatte.

US-Politik durchkreuzt Finanzplanung

Abseits der juristischen Front bricht dem Konzern eine zentrale Säule der Sanierung weg. Der geplante Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an der Energietochter BayWa r.e. sollte bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen. Veränderte energiepolitische Rahmenbedingungen in den USA drücken nun die erzielbaren Verkaufspreise massiv nach unten.

Infolgedessen verzögert sich der Konzernabschluss 2025 voraussichtlich bis in das vierte Quartal 2026. Die Jahresprognose für 2026 strich das Management komplett. Aktuell verhandelt der Konzern mit Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026, um Zeit für zwingend notwendige Anpassungen am Sanierungskonzept zu gewinnen. Immerhin konnte BayWa die Schuldenlast seit 2025 durch Verkäufe wie den der Handelstochter Cefetra bereits um 1,3 Milliarden Euro reduzieren.

Radikaler Umbau an der Spitze

Als Konsequenz aus der anhaltenden Misere zieht das Unternehmen weitreichende personelle Konsequenzen. Die Kontrollmechanismen wurden bereits verschärft: Der Aufsichtsrat muss künftig alle Geschäfte ab 50 Millionen Euro absegnen, statt wie bisher ab 200 Millionen Euro. Gleichzeitig kommt es zu einem beispiellosen Umbruch in der Führungsetage:

  • CEO Dr. Frank Hiller legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.
  • Marlen Wienert übernimmt zusätzlich das Personal- und Nachhaltigkeitsressort.
  • Monika Hohlmeier und Michael Höllerer verlassen den Aufsichtsrat Ende März 2026.
  • Monique Surges legt ihr Aufsichtsratsmandat Ende Mai 2026 nieder.

Kommende Woche, am 26. März, veröffentlicht BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Diese Daten werden erstmals das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte beziffern. Um die Schuldenlast weiter zu drücken und die Gläubigerbanken vom angepassten Kurs zu überzeugen, steht als nächster konkreter Schritt der Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro auf der Agenda.

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