BayWa Aktie: EVN übernimmt Ladegeschäft

BayWa veräußert ihr Ladegeschäft an EVN, fokussiert sich auf Flottenservices und meldet im ersten Quartal 2026 weniger Umsatz.

Die Kernpunkte:
  • EVN übernimmt 30 Ladeinfrastruktur-Standorte
  • BayWa fokussiert künftig Flottenmanagement
  • Erstes Quartal mit 2,3 Milliarden Euro Umsatz
  • BayWa-Aktie seit Jahresbeginn 47 Prozent schwächer

Die BayWa AG treibt ihre strategische Neuausrichtung voran und trennt sich von ihrem operativen Geschäft mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Wie gestern bekannt wurde, übernimmt der österreichische Energieversorger EVN sämtliche Anteile an der BayWa Mobility Charging GmbH. Das Papier der BayWa reagiert am heutigen Donnerstag mit deutlichen Abgaben auf das Marktumfeld und notiert mit einem Minus von 5,3 Prozent bei 8,98 Euro.

Strategischer Rückzug aus dem operativen Ladebetrieb

Der Verkauf umfasst insgesamt 30 Standorte mit 170 Hochleistungsladepunkten, die sich vornehmlich in Bayern sowie in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen befinden. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Mit diesem Schritt zieht sich der Münchner Konzern aus dem kapitalintensiven Betrieb der Hardware zurück.

Künftig will sich BayWa im Bereich der Elektromobilität auf Dienstleistungen im Flottenmanagement konzentrieren. Die EVN plant hingegen, das übernommene Netzwerk bis zum Jahr 2027 auf 54 Standorte mit mehr als 300 Ladepunkten auszubauen. Für die BayWa bedeutet die Veräußerung eine weitere Reduzierung der operativen Komplexität in einem investitionsstarken Segment.

Sanierungskurs und operative Herausforderungen

Der Konzern befindet sich in einer Phase der Restrukturierung. Laut Unternehmensangaben aus einem früheren Quartalsbericht belief sich der Konzernumsatz im ersten Quartal 2026 auf 2,3 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 3,6 Milliarden Euro erzielt worden waren. Dieser Rückgang wurde unter anderem mit einer schwachen Baukonjunktur und ungünstigen Witterungsbedingungen begründet.

Trotz der rückläufigen Erlöse lag das bereinigte EBITDA über den Vorgaben des Sanierungsplans. Die Liquidität des Unternehmens gilt derzeit als solide, unterstützt durch eine Standstill-Vereinbarung mit den finanzierenden Banken, die bis Herbst 2026 befristet ist. Seit Jahresbeginn hat die Aktie jedoch deutlich an Boden verloren und verzeichnet ein Minus von 47 Prozent.

Abgrenzung zum insolventen Baumarktgeschäft

Im Umfeld der aktuellen Sanierungsbemühungen sorgten Berichte über Filialübernahmen bei der Kette „BayWa Bau & Garten“ für Aufmerksamkeit. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen Bauhaus, insgesamt sieben Standorte aus einem Bieterverfahren zu übernehmen, darunter eine Filiale in Backnang sowie sechs Standorte der Hellweg-Gruppe.

Für Anleger der börsennotierten BayWa AG ist hierbei die gesellschaftsrechtliche Trennung wesentlich: Das Baumarktgeschäft wurde bereits in den Jahren 2011 und 2012 an die Hellweg-Gruppe verkauft und gehört seither nicht mehr zum Konzern.

Die Namensnutzung erfolgt lediglich auf Lizenzbasis. Die aktuellen Insolvenzverfahren und Verkäufe in diesem Sektor haben somit keine direkten Auswirkungen auf die Bilanz oder die operativen Maßnahmen der BayWa AG.

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