BayWa Aktie: Gefährdet?

Der geplante Teilverkauf der Energiesparte ist gescheitert, wodurch bei BayWa eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro entstand. Das Management streicht die Prognose und kappt Gewinnziele.

Die Kernpunkte:
  • Gescheiterter Verkauf der Energiesparte verursacht Milliardenloch
  • Jahresprognose für 2026 wird vollständig gestrichen
  • Radikaler Umbau mit Stellenabbau und Schließungen geplant
  • Überleben hängt an Verlängerung der Stillhaltevereinbarung

Die Vorlage der Q4-Zahlen für 2025 gleicht bei BayWa weniger einem regulären Geschäftsbericht als vielmehr einem dringlichen Appell an die Gläubigerbanken. Weil der geplante Teilverkauf der Energiesparte gescheitert ist, klafft in der Kasse eine gewaltige Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro. Das Management sah sich gezwungen, die Jahresprognose für 2026 vollständig zu streichen und das operative Gewinnziel (EBITDA) für 2027 drastisch auf 140 Millionen Euro zu kappen.

Notverkäufe statt Befreiungsschlag

Ursprünglich sollte die Veräußerung von 51 Prozent der Energiesparte bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen. Gekürzte US-Fördermittel für erneuerbare Energien machten diesen Plan zunichte und drücken die erzielbaren Preise massiv. Um das Milliardenloch zumindest teilweise zu stopfen, rückt nun der neuseeländische Obsthandelskonzern T&G Global in den Fokus.

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BayWa hält 74 Prozent an dem Unternehmen, das weltweit Äpfel und Tomaten vermarktet und 2024 einen Umsatz von 1,36 Milliarden Neuseeland-Dollar erwirtschaftete. Insiderberichten zufolge könnte ein Verkauf etwa 300 Millionen Euro in die leeren Kassen spülen. Gemessen an der Gesamtlücke fällt dieser Beitrag allerdings überschaubar aus.

Harter Einschnitt im operativen Geschäft

Parallel zu den Verkaufsbemühungen läuft ein radikaler struktureller Umbau. Bis 2027 fallen rund 1.300 Stellen weg, ein Großteil davon in der zentralen Verwaltung. Zudem schließt der Konzern 26 seiner weltweiten Niederlassungen, um den Umsatz bis 2028 auf zehn Milliarden Euro zu schrumpfen. Immerhin gibt es beim Schuldenabbau erste messbare Resultate: Durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra sank die Schuldenlast seit Jahresbeginn 2025 um 1,3 Milliarden Euro.

Erschwert wird die Sanierung durch juristische Altlasten. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen frühere Verantwortliche, darunter die Ex-Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger, wegen des Verdachts der Untreue. Im Zentrum steht die Frage, ob Finanzierungsrisiken im Konzernlagebericht 2023 verschleiert wurden. Als direkte Reaktion auf diese Kontrolldefizite senkte der Aufsichtsrat die Zustimmungspflicht für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro ab.

Die Aktie quittierte die unsichere Lage zuletzt mit einem Kursrückgang auf 2,69 Euro. Das Überleben des Unternehmens hängt nun an einer einzigen, harten Bedingung: Die Gläubigerbanken müssen die Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verlängern. Ohne diese Atempause fehlt dem Management die Zeit, ein völlig neues Sanierungskonzept zu erarbeiten und den um ein Jahr verschobenen, testierten Jahresabschluss vorzulegen.

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