BayWa Aktie: Hybridanleihe fast wertlos

BayWa konkretisiert den Sanierungsplan: 267 von 268 Partnern stimmen zu, während Hybridanleihe-Gläubiger nahezu vollständig auf ihre Ansprüche verzichten.

Die Kernpunkte:
  • 267 von 268 Partnern stimmten zu
  • Hybridanleihe verliert nahezu gesamten Nominalwert
  • Banken wandeln 700 Millionen Euro um
  • Sanierungsfrist läuft nun bis 2030

267 von 268 Finanzierungspartnern haben zugestimmt. Nur ein einziger Gläubiger fehlt noch – und der hält gerade einmal 0,02 Prozent der betroffenen Verbindlichkeiten. Für die BayWa ist das die bislang deutlichste Bestätigung, dass ihr angepasster Sanierungsplan tragfähig ist.

Die Münchner meldeten heute in einer Ad-hoc-Mitteilung die Einigung auf ein Term Sheet, das die Sanierungsvereinbarung vom 30. Juni 2026 konkretisiert. Der Sanierungszeitraum verlängert sich bis Ende 2030, statt wie ursprünglich vorgesehen bis Ende 2028. Der Vorstand zeigt sich zuversichtlich, den Abschluss der angepassten Vereinbarung noch in diesem Jahr zu erreichen.

Hybridanleihe-Gläubiger tragen die größte Last

Neu und bislang unbekannt war der Umgang mit der nachrangigen Hybridanleihe der BayWa. Deren Gläubiger sollen ihren Nominalbetrag nahezu vollständig aufgeben, dazu sämtliche aufgelaufenen Zinsansprüche – ohne jede Kompensation. Das ist ein deutlich härterer Einschnitt als bei anderen Gläubigergruppen und unterstreicht, wie tief die Sanierung inzwischen in die Kapitalstruktur eingreift.

Auch die Abnehmer einer BayWa-Unternehmensanleihe müssen auf einen erheblichen Teil ihrer Ansprüche verzichten – ein Punkt, der im ursprünglichen Konzept vom Juni noch nicht in dieser Schärfe stand. Die Banken wiederum wandeln 700 Millionen Euro an Krediten in ein Nachranginstrument um. Scheitert der neue Fahrplan doch noch, hätten andere Gläubiger Vorrang vor diesem Anspruch der Banken.

Die beiden Großaktionäre – die Beteiligungsgesellschaften der bayerischen und österreichischen Genossenschaftsbanken mit zusammen gut 67 Prozent der Anteile – übertragen ihr Aktienpaket an einen Treuhänder. Nur wenn sie 2029 mindestens 220 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung bereitstellen, bekommen sie die Papiere zurück. Andernfalls darf der Treuhänder verkaufen.

Sanierungsgutachter sieht Weg zur Wettbewerbsfähigkeit

Der Sanierungsgutachter kommt laut dem aktualisierten Konzept-Entwurf zu dem Schluss, dass die BayWa durch die vereinbarten Maßnahmen bilanziell saniert und operativ wieder wettbewerbs- und renditefähig werden kann. Diese Einschätzung dürfte für die noch ausstehenden Zustimmungen der Unternehmensgremien und Finanzierungspartner ein wichtiges Argument liefern.

Die Ursache der Schieflage liegt in einer misslungenen internationalen Agrar-Expansion des vergangenen Jahrzehnts. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen mehrere frühere Vorstände – unter anderem wegen des Verdachts einer geschönten Konzernbilanz für das Jahr 2023 sowie möglicher Untreue.

Bis zum Jahresende soll die angepasste Sanierungsvereinbarung final unter Dach und Fach sein. Noch braucht es dafür die Zustimmung der BayWa-Gremien, der Großaktionäre und sämtlicher Finanzierungspartner – formal fehlt aktuell nur die eine, wirtschaftlich kaum ins Gewicht fallende Unterschrift.

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