BayWa Aktie: Kernplan gescheitert

Der Agrar- und Energiekonzern BayWa muss sein Sanierungskonzept neu aufstellen, da der geplante Verkauf der Energiesparte scheitert und eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro entstanden ist.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf der Energietochter BayWa r.e. bringt nicht erhoffte Milliarden
  • Neuseeländische T&G Global wird als neues Verkaufsobjekt geplant
  • Strikte Sparmaßnahmen mit Stellenabbau und Schließungen
  • Juristische Ermittlungen und beanstandeter Jahresabschluss belasten Konzern

Die gestern vorgelegten Quartalszahlen offenbaren das ganze Ausmaß der Krise beim Agrar- und Energiekonzern. Weil die erhofften Milliarden aus dem Verkauf der Energiesparte ausbleiben, ist das bisherige Sanierungskonzept hinfällig. Nun müssen alternative Notverkäufe die gewaltige Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro schließen.

US-Energiepolitik durchkreuzt Verkaufspläne

Ursprünglich sollte allein die Veräußerung der Energietochter BayWa r.e. 1,7 Milliarden Euro einbringen. Dieser Plan ist nach dem revidierten Mittelfristplan nicht mehr realisierbar. Eine veränderte US-Energiepolitik drückt die erzielbaren Verkaufspreise erheblich. Die USA waren im vergangenen Jahr mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung der wichtigste Einzelmarkt der Tochtergesellschaft, weshalb die neue Regulierung hier besonders hart trifft.

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Das Unternehmen präsentierte nun erste konkrete Abschreibungen auf die Energiesparte. Als Konsequenz zog die Führungsebene die Reißleine: Die Jahresprognose für 2026 wurde komplett gestrichen und das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf gut 140 Millionen Euro gesenkt. Der vollständige, testierte Konzernabschluss für 2025 wird sich voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern.

T&G Global als neuer Hoffnungsträger

Vom Gesamtsanierungsziel in Höhe von vier Milliarden Euro bis 2028 hat BayWa bislang erst 1,3 Milliarden Euro erreicht. Um die verbleibende Lücke zu verkleinern, rücken neue Verkaufsobjekte in den Mittelpunkt. Geplant ist nun die Veräußerung der 74-prozentigen Beteiligung am neuseeländischen Obsthandelskonzern T&G Global. Insider erwarten aus dieser Transaktion einen Beitrag von etwa 300 Millionen Euro zur Entschuldung.

Parallel dazu greift ein striktes operatives Sparprogramm. Bis 2027 streicht der Konzern 1.300 Stellen und schließt 26 Niederlassungen.

Ermittlungen und strengere Kontrollen

Neben den operativen Problemen belasten juristische Auseinandersetzungen das Unternehmen. Die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet, da wesentliche Finanzierungsrisiken nicht offengelegt wurden. Dazu zählen Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe. Gleichzeitig ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft gegen frühere Verantwortliche, darunter die Ex-Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger, wegen des Verdachts der Untreue und der falschen Darstellung der Finanzlage. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Der Aufsichtsrat zieht derweil personelle und strukturelle Konsequenzen. Bis Ende Mai 2026 verlassen drei Mitglieder das Gremium, die intern für den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitverantwortlich gemacht werden. Um die Ausgaben strenger zu kontrollieren, senkte der Aufsichtsrat zudem die eigene Genehmigungsschwelle für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro.

Das unmittelbare Überleben des Konzerns liegt nun in den Händen der Gläubigerbanken. Stimmen diese einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zu, gewinnt BayWa die nötige Zeit für die Umsetzung des überarbeiteten Konzepts. Ohne diese Einigung muss den Gläubigern umgehend ein komplett neu aufgesetzter, tragfähiger Sanierungsplan vorgelegt werden.

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