BayWa Aktie: Lutz-Razzia!
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue gegen den ehemaligen Vorstandschef, während der amtierende CEO überraschend entlassen wird. Der Konzern setzt seinen Sanierungskurs trotz der Turbulenzen fort.

- Ermittlungen wegen Bilanzverschönerung gegen Ex-CEO
- Überraschende Ablösung des aktuellen Vorstandschefs
- Verkauf der Tochter Cefetra entlastet die Bilanz
- Aktienkurs legt trotz der Krisen zu
Die BayWa-Sanierung gerät durch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen unter Druck. Mitte Januar durchsuchten Ermittler die Privaträume von Ex-CEO Klaus Josef Lutz – Vorwurf: Untreue. Gleichzeitig warf der Aufsichtsrat überraschend den amtierenden Konzernchef Frank Hiller raus. Trotz des Chaos: Die Aktie legte seit Jahresbeginn um 16 Prozent zu.
Untreue-Vorwurf gegen Ex-Chef Lutz
Am 15. Januar rückte die Staatsanwaltschaft München bei Klaus Josef Lutz an. Der Verdacht: Der langjährige Vorstandschef soll die finanzielle Lage des Konzerns 2024 geschönt haben. Bereits Ende 2023 lasteten Verbindlichkeiten in zweistelliger Milliardenhöhe auf der Bilanz – das Ergebnis einer jahrelangen Expansionsstrategie, die in Überschuldung und Liquiditätskrise mündete.
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BayWa versichert, vollumfänglich mit den Behörden zu kooperieren. Für Lutz gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen setzen den ohnehin angeschlagenen Konzern zusätzlich unter Druck.
CEO Hiller fliegt nach wenigen Monaten
Nur vier Tage vor der Razzia trennte sich BayWa mit sofortiger Wirkung von Frank Hiller. Der CEO hatte das Amt erst im Zuge der Sanierung übernommen – sein Vertrag läuft formal noch bis Juli 2026 weiter. Ein Dreierteam aus dem bestehenden Vorstand übernimmt die Führung.
Aktionäre hatten zunehmend Kritik an Hillers Führungsstil geäußert. Mehrfach habe er versäumt, eine klare Zukunftsvision für den Konzern zu präsentieren. Der abrupte Abgang befeuert die Unsicherheit rund um die weitere Restrukturierung.
Cefetra-Verkauf entlastet Bilanz deutlich
Einen Lichtblick liefert der Verkauf der Agrarhandelstochter Cefetra. Ende Dezember 2025 besiegelte BayWa den Deal mit einem Investorenkonsortium:
- Kaufpreis: rund 125 Millionen Euro (80 Millionen bei Closing, 45 Millionen bis April 2026)
- Zusätzlicher Mittelzufluss durch Gesellschafterdarlehen: ca. 62 Millionen Euro
- Schuldenabbau durch Dekonsolidierung: über 600 Millionen Euro
Das Closing wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Die Transaktion ist ein zentraler Baustein des Sanierungsplans, der bis 2028 laufen soll.
Operative Maßnahmen zeigen erste Wirkung
Abseits der Turbulenzen setzt BayWa die Restrukturierung fort. Rund 700 Stellen wurden bereits abgebaut, erste Standorte im Baustoffsegment geschlossen. Das Münchner Amtsgericht hatte den Sanierungsplan im Juni 2025 bestätigt.
Parallel investiert die niederländische Tochter Abemec 1,5 Millionen Euro in die Modernisierung ihres Standorts Hoogeloon – ein Signal, dass das Kerngeschäft im Agrartechnikbereich gestärkt werden soll.
Das Geschäftsjahr 2024 schloss mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank auf 21,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis rutschte auf minus 1,1 Milliarden Euro – belastet durch außerplanmäßige Abschreibungen. Die Kapitalerhöhung 2025 brachte frisches Geld: Die Großaktionäre Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest zeichneten Aktien im Wert von 125 Millionen Euro. Eine zweite Tranche folgte im Oktober. Ob die Sanierung gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob BayWa die operative Stabilisierung trotz der personellen Turbulenzen durchziehen kann.
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