BayWa Aktie: Notverkauf läuft

Der BayWa-Konzern muss nach dem Scheitern des ursprünglichen Sanierungsplans einen Notverkauf starten. Eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro und regulatorische Probleme belasten das Unternehmen zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • Notverkauf des Obsthandelskonzerns T&G Global geplant
  • Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro zu schließen
  • Gescheiterter Verkauf der Energietochter BayWa r.e.
  • BaFin beanstandet Jahresabschluss 2023 formell

Der ursprüngliche Sanierungsplan ist gescheitert — jetzt muss BayWa improvisieren. Nachdem der geplante Verkauf der Energietochter BayWa r.e. die erhoffte Milliardensumme nicht mehr einbringen wird, steht nun der neuseeländische Obsthandelskonzern T&G Global zum Verkauf.

Lücke von 2,7 Milliarden Euro

Das Sanierungsziel beläuft sich auf vier Milliarden Euro. Bislang stehen erst 33 Prozent davon fest — die verbleibende Lücke beträgt 2,7 Milliarden Euro. T&G Global, an dem BayWa rund 74 Prozent hält, soll laut Insidern etwa 300 Millionen Euro beisteuern. Das Unternehmen mit 1.600 Mitarbeitenden erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar und beliefert Märkte in über 60 Ländern.

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Den weitaus größeren Brocken — 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an BayWa r.e. — wird der Konzern nicht realisieren können. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen in den USA, wo die Tochter 2024 allein 534,7 Megawatt verkaufte, drücken die erzielbaren Preise erheblich.

Der Konzern schrumpft gleichzeitig von innen: Bis 2027 fallen rund 1.300 Stellen weg, 26 Niederlassungen werden geschlossen, der Umsatz bis 2028 auf rund 10 Milliarden Euro zurückgefahren. Die EBITDA-Ziele für die Energiesparte wurden ebenfalls korrigiert — statt 230 Millionen Euro für 2028 plant BayWa r.e. nun mit rund 150 Millionen Euro für 2030. Die Jahresprognose für 2026 wurde komplett gestrichen.

Staatsanwaltschaft und BaFin-Rüge belasten zusätzlich

Zur operativen Krise gesellt sich juristische Aufarbeitung. Die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet: Wesentliche Finanzierungsrisiken fehlten im Lagebericht, darunter Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken für eine 500-Millionen-Euro-Anleihe und kurzlaufende Schuldverschreibungen über 632 Millionen Euro. Wirtschaftsprüfer PwC hatte dem Abschluss seinerzeit ein uneingeschränktes Testat erteilt — das wirft Fragen auf.

Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter den früheren Vorstandschef Marcus Pöllinger.

Q4-Zahlen als erste Belastungsprobe

Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal vor und beziffert das Ausmaß der Abschreibungen in der Energiesparte. Der vollständige Jahresabschluss 2025 dürfte sich wegen notwendiger Neubewertungen bis ins vierte Quartal 2026 verzögern.

Bis dahin verhandelt das Management mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 — um Zeit für ein völlig neues Sanierungskonzept zu gewinnen. Ob die Gläubigerbanken diesen Kurs mittragen, wird sich an der Reaktion auf die Q4-Zahlen ablesen lassen.

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