BayWa Aktie: Räumungsverkauf in 43 Filialen läuft
Die Baumarktverkäufe gehören nicht zur BayWa AG. Der Konzern verhandelt über Gläubigerbeiträge und eine Treuhandlösung; die Aktie sank um 6,7 Prozent.

- 43 BayWa-Baumärkte im Räumungsverkauf
- Baumarktgeschäft seit 2012 ausgegliedert
- Gläubigerverzicht von rund 1,5 Milliarden Euro vorgesehen
- BayWa-Aktie verlor 6,7 Prozent
Medienberichten zufolge läuft in 43 Filialen von BayWa Bau & Garten derzeit ein Räumungsverkauf. Zusammen mit Standorten der Hellweg-Gruppe sind insgesamt 111 Märkte betroffen, wobei die Verkaufsmaßnahmen in Berlin bis zum 30. November 2026 befristet sind. Für Anleger der börsennotierten BayWa AG sorgt die Berichterstattung über diese Filialschließungen mitunter für Verunsicherung.
Abgrenzung zur Baumarktkette
Die Vorgänge im Baumarktbereich berühren die Geschäfte des MDAX-Konzerns gesellschaftsrechtlich nicht. Die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG ist keine Tochtergesellschaft der börsennotierten BayWa AG. Das gesamte Baumarktgeschäft ging seinerzeit an die Semer Beteiligungsgesellschaft über, wobei der Betriebsübergang im Januar 2012 vollzogen wurde.
Die Hellweg-Gruppe agiert seither als eigenständiges Familienunternehmen unter Führung der Familie Semer. Die Baumarktkette führt den Markennamen lediglich auf Lizenzbasis weiter. Filialschließungen, Abverkäufe oder Insolvenzverfahren dieser Kette stellen daher keine Konzernmaßnahmen der BayWa AG dar.
Für die börsennotierte BayWa AG stehen die eigenen Herausforderungen bei der finanziellen Restrukturierung im Vordergrund. Das Unternehmen arbeitet an einer umfassenden Neuordnung seiner Verbindlichkeiten, um die Tragfähigkeit des operativen Geschäfts dauerhaft zu sichern.
Gläubigerbeiträge und Treuhandlösung
Vor über einem Monat verständigte sich der Konzern auf ein überarbeitetes Sanierungskonzept, das eine Verlängerung der Sanierungsperiode bis Ende 2030 vorsieht. Im Zuge dieses Prozesses sollen die Großaktionäre Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG ihre gemeinsame Beteiligung von gut 67 Prozent an einen Treuhänder übertragen, wie die Wochenzeitung Die Zeit berichtet.
Der Sanierungsplan verlangt von den Finanzpartnern weitreichende Zugeständnisse. Nach Informationen des Handelsblatts sollen Gläubiger auf Forderungen von rund 1,5 Milliarden Euro verzichten. Zudem ist eine Restrukturierung der 100 Millionen Euro schweren Hybridanleihe vorgesehen, bei der die Inhaber deutliche Einbußen schultern müssen.
Die Verhandlungen verdeutlichen die Komplexität der Neuausrichtung. Während die Einigung mit den Gläubigern das Fundament für die Fortführung schaffen soll, beobachten Marktteilnehmer die praktische Umsetzung der Sanierungsauflagen aufmerksam. Die Zurückhaltung der Investoren spiegelte sich auch im gestrigen Handel wider: Die BayWa-Aktie verlor 6,7 Prozent und beendete den Tag bei einem Schlusskurs von 7,86 Euro.
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