BayWa Aktie: Restrukturierungsvertrag wird neu verhandelt
Die BayWa AG passt ihre Sanierungsvereinbarungen mit Finanzierern an. Die Baumarktinsolvenz betrifft den Konzern nicht direkt, Unsicherheit bleibt.

- BayWa AG führt Gespräche mit Finanzierern
- Restrukturierungsvereinbarungen sollen angepasst werden
- Baumarktkette gehört nicht zum Konzern
- Aktie binnen sieben Tagen 7,6 Prozent höher
Die BayWa AG steht erneut am Verhandlungstisch mit ihren Gläubigern. Das Unternehmen führt derzeit Gespräche mit seinen Finanzierern über Anpassungen an den bestehenden Restrukturierungsvereinbarungen, wie am Samstag bestätigt wurde. Ziel ist es, den Sanierungspfad an aktuelle Marktgegebenheiten anzupassen.
Für Anleger ist das ein wichtiges Signal: Der Konzern selbst räumt damit ein, dass die bisherigen Annahmen der Restrukturierung nachjustiert werden müssen. Details zu den konkreten Inhalten der Gespräche nannte BayWa bislang nicht. Klar ist jedoch, dass solche Nachverhandlungen mit Finanzierern in der Regel dann angestoßen werden, wenn ursprüngliche Ziel- oder Kennzahlen aus dem Ruder laufen oder sich das Marktumfeld spürbar verändert hat.
Kein Zusammenhang mit der Baumarktkette gleichen Namens
Parallel dazu sorgt in dieser Woche die Abwicklung des Filialnetzes der Bau- und Gartenmärkte unter der Marke BayWa für Schlagzeilen. Für lediglich 35 von über 110 Standorten fanden sich Investorenlösungen, der Großteil der Märkte steht vor dem Aus. Wichtig für Anleger der BayWa AG: Diese Kette ist keine Konzerntochter.
Die BayWa AG hatte ihr Baumarktgeschäft bereits 2011/12 an den Eigentümer der Hellweg-Gruppe verkauft, der Betriebsübergang erfolgte im Januar 2012. Die Marke wird seither lediglich auf Lizenzbasis weitergeführt. Insolvenz und Filialschließungen dieser eigenständigen Kette berühren die Bilanz der börsennotierten BayWa AG damit nicht direkt.
Für die verbleibenden 35 Standorte, darunter Backnang, Bad Tölz, Balingen und Poing, steht ein Teil der Übernahmen noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Als Stichtag für die endgültige Schließung aller Filialen ohne Übernahmeangebot ist der 30. November genannt.
Charttechnik zeigt erste Erholungsansätze
An der Börse kam die Nachricht über die Finanzierergespräche gemischt an. Die Aktie kreuzte im Handel am Freitag ihre 38-Tage-Linie nach oben, ein aus charttechnischer Sicht positives Signal, das jedoch angesichts der laufenden Verhandlungen mit Vorsicht zu bewerten ist.
Der Kurs notiert aktuell bei 9,68 Euro und liegt damit binnen sieben Tagen um 7,6 Prozent im Plus, während er auf Sicht von zwölf Monaten mehr als die Hälfte seines Werts verloren hat.
Die Nachverhandlung der Restrukturierungsvereinbarungen dürfte in den kommenden Wochen zum zentralen Kurstreiber werden. Anleger sollten dabei genau beobachten, welche Zugeständnisse die Finanzierer verlangen und ob diese die Eigenkapitalbasis des Konzerns weiter belasten. Solange keine konkreten Ergebnisse der Gespräche vorliegen, bleibt die Unsicherheit über den weiteren Sanierungskurs hoch.
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