BayWa Aktie: Sanierungszeitraum bis 2030 verlängert

BayWa erhält breite Zustimmung von Banken und Aktionären für mehr Zeit, während Hybridanleihe-Gläubiger nur 2 Prozent zurückbekommen.

Die Kernpunkte:
  • 267 von 268 Finanzierungspartnern stimmen zu
  • Sanierungsfrist wird bis 2030 verlängert
  • Hybridanleihe umfasst 100 Millionen Euro
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 52 Prozent

Die Restrukturierung bei BayWa gewinnt an Kontur. Das Eckpunktepapier schafft die Grundlage für eine Verlängerung des Sanierungszeitraums von Ende 2028 auf Ende 2030.

Gläubigerbanken und Großaktionäre stützen Zeitplan

Auf Seiten der Gläubiger steht eine breite Mehrheit hinter dem Vorhaben. Von 268 Finanzierungspartnern stimmten 267 dem Entwurf zu, womit rund 99,98 Prozent der betroffenen Verbindlichkeiten abgedeckt sind. Nur ein einziger Kreditgeber hat sich dem Schritt vorerst nicht angeschlossen.

Flankiert wird dieser Konsens von den Kernaktionären des Konzerns. Sowohl die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG als auch die Raiffeisen Agrar Invest AG haben dem Eckpunktepapier zugestimmt. Damit tragen die maßgeblichen Eigentümer die geplante Verschiebung der Sanierungsziele um zwei zusätzliche Jahre mit.

Hohe Verluste für Inhaber der Hybridanleihe

Während die Banken den Zeitplan mittragen, müssen die Gläubiger nachrangiger Kapitalinstrumente massive Einschnitte hinnehmen. Betroffen ist eine Hybridanleihe mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro. Laut Reuters sieht die Vereinbarung vor, dass die Zeichner lediglich 2 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten und auf ausstehende Zinsen verzichten.

Dieser weitreichende Schuldenschnitt verdeutlicht den Sanierungsdruck, unter dem der Konzern steht. Durch den faktischen Ausfall der Hybridgläubiger wird das Eigenkapital entlastet, während die Verlängerung der Bankverbindlichkeiten den operativen Refinanzierungsdruck vorübergehend mindert.

Skepsis am Kapitalmarkt hält an

Am Kapitalmarkt überwiegt gleichwohl die Zurückhaltung gegenüber der Tragfähigkeit des Plans. Am Freitag fiel die Aktie um 10 Prozent auf einen Schlusskurs von 8,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang von 52 Prozent.

Die verabredete Verlängerung ordnet sich in eine Serie tiefgreifender Schritte ein. Bereits vor über einem Monat erfolgte die grundlegende Einigung auf das Sanierungskonzept, während vor rund zwei Wochen Fortschritte beim Verkauf von Beteiligungen gemeldet wurden. Die Verlängerung verschafft BayWa zwar operative Luft bis Ende 2030, verlangt den Kapitalgebern jedoch weiterhin erhebliche Opfer ab.

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