BayWa Aktie: Schuldenabbau mit Lücken

Der Verkauf von Cefetra reduziert BayWas Schulden um über 600 Millionen Euro. Für die geplante Entschuldung von 4 Milliarden bis 2028 sind jedoch weitere Veräußerungen wie T&G Global nötig.

Die Kernpunkte:
  • Cefetra-Verkauf reduziert Schulden um 600 Mio. Euro
  • Gesamtschuldenabbau bisher bei 1,3 Milliarden Euro
  • Nächster Schritt ist Verkauf der Tochter T&G Global
  • Entscheidende Bankgespräche über Stillhaltevereinbarung anstehend

Der Cefetra-Verkauf spült weiteres Geld in die BayWa-Kasse — und macht den Ausmaß der verbleibenden Aufgabe erst richtig deutlich. Mit dem Abschluss des Deals und dem bevorstehenden Eingang der zweiten Kaufpreisrate zeichnet sich zwar Fortschritt ab, der Weg zur Sanierung bleibt aber lang.

Bis spätestens 30. April 2026 fließen die ausstehenden 45 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf bei BayWa ein — nach bereits gezahlten 80 Millionen Euro beim Closing. Zahlt der Käufer früher, reduziert sich der Betrag zeitabhängig um bis zu 5 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 62 Millionen Euro aus der Rückführung von Gesellschafterdarlehen im Zuge der Cefetra-Refinanzierung.

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Der eigentliche Hebel liegt in der Bilanz

Der Kaufpreis selbst ist dabei fast Nebensache. Durch die Entkonsolidierung der niederländischen Tochter und den Einsatz der Erlöse zur Schuldentilgung sinken die Bankverbindlichkeiten des Konzerns um mehr als 600 Millionen Euro. Zusammen mit den Verkäufen aus 2025 kommt BayWa auf einen Schuldenabbau von insgesamt 1,3 Milliarden Euro.

Klingt nach viel — ist aber erst knapp ein Drittel des Weges. Laut Sanierungsplan muss der Konzern bis 2028 insgesamt 4 Milliarden Euro entschulden.

T&G Global: Profitabler, aber schwieriger Verkauf

Als nächster Baustein im Verkaufsprozess steht die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global auf der Liste. BayWa hält knapp 74 Prozent an dem Unternehmen, das Apfelmarken wie Envy und Jazz in mehr als 60 Länder vermarktet und 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar erzielte. Zuletzt kehrte T&G Global in die Gewinnzone zurück: 16 Millionen US-Dollar Nettogewinn stehen einem Verlust von 9,9 Millionen US-Dollar im Vorjahr gegenüber. Goldman Sachs begleitet den Prozess als Berater.

Reibungslos läuft es trotzdem nicht. Minderheitsaktionäre erschweren die Transaktion — darunter die Hongkonger Joy Wing Mau Group mit knapp 20 Prozent der Anteile. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro.

Stillhaltevereinbarung entscheidet über das Tempo

Das gesamte Restrukturierungskonstrukt steht und fällt mit den Gläubigerbanken. Stimmen diese einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zu, gewinnt das Management den nötigen Spielraum. Den geprüften Konzernabschluss für 2025 wird es wegen der komplexen Umstrukturierungen erst im vierten Quartal 2026 geben — bis dahin agieren Investoren mit stark begrenzter Datentransparenz.

Den Ausblick hat der Vorstand bereits kassiert: Die Prognose für 2026 wurde gestrichen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt. Bis 2028 soll BayWa auf vier Kerngeschäftsfelder konzentriert sein, rund 1.300 Stellen abbauen und den Umsatz auf etwa 10 Milliarden Euro zurückfahren. Der Konzernumbau ist damit kein Sprint, sondern ein Marathonprojekt — mit offenem Ausgang bei den entscheidenden Bankgesprächen in den kommenden Monaten.

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