BayWa Aktie: Schwabmünchen wächst auf 23.000 Quadratmeter

BayWa investiert trotz milliardenschwerer Sanierung in neue Baustoffstandorte. Das operative Kerngeschäft läuft besser als erwartet, während der Konzern schrumpft.

Die Kernpunkte:
  • Neueröffnung modernisierter Baustoffstandorte
  • Sanierungsplan bis Ende 2030 verlängert
  • Gläubiger wandeln 700 Mio. Euro um
  • Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e.

BayWa steckt mitten in einer der größten Sanierungen der deutschen Konzerngeschichte. Trotzdem eröffnet der Konzern gerade zwei modernisierte Baustoffstandorte. Das wirkt widersprüchlich – ergibt aber Sinn, wenn man auf die Details des Sanierungsplans schaut.

Neue Standorte trotz Krise

Anfang Juli hat BayWa die Standorte in Bad Brückenau und Schwabmünchen wiedereröffnet. Der Standort in Bad Brückenau feierte am 3. und 4. Juli seine offizielle Neueröffnung. Dort entstanden ein neues Büro- und Fachmarktgebäude und eine überdachte Be- und Entladezone.

Hinzu kommen eine Ausstellungsfläche für Garten- und Landschaftsbau sowie eine modernisierte Betontankstelle. Der Standort misst jetzt 16.500 Quadratmeter. BayWa optimierte zudem die Verkehrs- und Logistikabläufe vor Ort.

Schwabmünchen wuchs auf rund 23.000 Quadratmeter. Das Sortiment deckt jetzt Hoch- und Tiefbau sowie Sanierungsprojekte ab. Segmentleiter Bau Markus Hör betont die langfristige Bedeutung der Region für das Baustoffgeschäft.

Der Grund für die Investition ist einfach: Baustoffe sollen künftig zum Kerngeschäft von BayWa zählen. Der Konzern setzt hier also bewusst ein Signal – während anderswo im Unternehmen radikal gekürzt wird.

Der Sanierungsplan im Detail

Anfang Juli einigten sich Vorstand, Gläubigerbanken und die beiden Großaktionäre auf ein überarbeitetes Sanierungskonzept. Der Sanierungszeitraum verlängert sich bis Ende 2030. Gläubiger wandeln Finanzverbindlichkeiten von bis zu 700 Millionen Euro in ein nachrangiges Instrument um. Das stärkt das wirtschaftliche Eigenkapital.

Die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die Raiffeisen Agrar Invest AG halten zusammen rund 67,1 Prozent der Anteile. Beide Großaktionäre übertragen ihre Aktien zunächst treuhänderisch. Einen rechtsverbindlichen Vertrag erwarten die Beteiligten bis Herbst 2026.

Der zweite große Baustein betrifft die Ökostromtochter BayWa r.e. Ein Sanierungsgesellschafter übernimmt die Kontrolle über die Anteile und bereitet einen Verkauf vor. BayWa und Mitgesellschafter Energy Infrastructure Partners verzichten dafür auf Forderungen von rund 1,3 Milliarden Euro.

Zahlen zeigen Licht und Schatten

Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz um 35 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro ein. Ein Teil davon geht auf Portfolioverkäufe zurück – also geplante Verkleinerungen, kein reiner Geschäftsverlust. Das bereinigte operative Ergebnis lag über den Vorgaben des Sanierungsplans.

Das operative Kerngeschäft läuft also besser als erwartet, obwohl der Konzern gleichzeitig schrumpft und umbaut. Genau in dieses Bild passt die Investition ins Baustoffgeschäft.

Eine Dividende gibt es bis zum Ende des Restrukturierungszeitraums nicht. Das hat BayWa den Gläubigern bereits zugesagt.

Die kommenden Monate entscheiden, wie belastbar der neue Sanierungsplan wirklich ist. Bis Herbst 2026 muss der rechtsverbindliche Vertrag mit den Großaktionären stehen. Parallel dazu bereitet sich BayWa auf den Verkauf der Ökostromtochter vor – ein Prozess, der über die künftige Konzernstruktur mitentscheidet.

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