BayWa Aktie: T&G-Deal stockt

Der Verkauf der Obsttochter T&G Global verzögert sich, was BayWas Sanierungskurs gefährdet. Banken streiten über Kapitalspritzen.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf von T&G Global stockt
  • Gläubiger sollen Milliarden verzichten
  • Konzern streicht rund 1.300 Stellen
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn 31 Prozent

In der kommenden Woche will BayWa auf den DLG-Feldtagen Stärke demonstrieren. Hinter den Kulissen kämpft der Agrarkonzern jedoch um sein Überleben. Der geplante Verkauf der neuseeländischen Obsttochter T&G Global stockt. Damit wackelt ein zentraler Baustein der gesamten Refinanzierung.

Der blockierte Notverkauf

Seit dem Frühjahr sucht Goldman Sachs einen Käufer für die Mehrheitsbeteiligung an T&G Global. BayWa hält 74 Prozent an dem neuseeländischen Unternehmen. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro.

Der Prozess hakt gewaltig. Die Hongkonger Minderheitsaktionärin Joy Wing Mau Group bremst die Verhandlungen. Sie besitzt knapp ein Fünftel der Anteile. Selbst ein schneller Verkauf würde die milliardenschwere Finanzierungslücke nur minimal verkleinern.

Harte Einschnitte und Bankenstreit

Bis Mitte des Jahres muss das neue Sanierungskonzept stehen. Der Plan verlangt harte Einschnitte. Gläubiger sollen auf rund eine Milliarde Euro Schulden verzichten. Parallel dazu streicht der Konzern etwa 1.300 Stellen.

Der Umsatz soll bis 2028 auf zehn Milliarden Euro schrumpfen. Im Hintergrund schwelt indes ein massiver Konflikt zwischen den Geldgebern. DZ Bank und UniCredit fordern von den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken eine substanzielle Kapitalspritze.

Die Frist läuft im Herbst 2026 ab. Bis dahin müssen die Bankverhandlungen erfolgreich enden. Scheitert diese Einigung, entfällt die rechtliche Grundlage für den gesamten Umbau.

Lichtblicke im operativen Geschäft

Im Tagesgeschäft sendet BayWa vorsichtig positive Signale. Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal auf 2,3 Milliarden Euro. Dieser Rückgang war jedoch strategisch geplant. Das bereinigte operative Ergebnis lag über den internen Erwartungen.

Beim Schuldenabbau meldet das Management erste Erfolge. Bislang hat BayWa 1,3 Milliarden Euro gesichert. Durch den Verkauf des Agrarhändlers Cefetra sanken die Bankverbindlichkeiten allein um mehr als 600 Millionen Euro.

Das Gesamtziel bleibt ambitioniert. Bis 2028 will der Konzern vier Milliarden Euro an Schulden abbauen. Die schwache Baukonjunktur und steigende Betriebsmittelpreise belasten das Geschäft weiterhin spürbar.

Aktie im freien Fall

Die Anleger reagieren zunehmend nervös auf die Hängepartie. Am Freitag brach die Aktie um 6,48 Prozent ein. Das Papier schloss bei 11,55 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf gut 31 Prozent.

Das Hoch von 23,90 Euro aus dem vergangenen Dezember ist weit entfernt. Der aktuelle Kurs notiert mehr als die Hälfte unter dieser Marke.

Die kommenden Tage bringen den Konzern zurück in die Öffentlichkeit. Vom 16. bis 18. Juni präsentiert sich BayWa auf den DLG-Feldtagen in Bernburg. Dort muss das Management beweisen, dass das Kerngeschäft trotz der finanziellen Turbulenzen intakt bleibt.

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