BayWa Aktie: T&G Global als Rettungsanker
Nach dem gescheiterten Verkauf der Energiesparte soll der Verkauf des Obsthandelskonzerns T&G Global Mittel für die Sanierung des BayWa-Konzerns bringen. Die Finanzierungslücke bleibt jedoch groß.

- Verkauf der Energietochter BayWa r.e. ist gescheitert
- Obsthandelskonzern T&G Global offiziell zum Verkauf gestellt
- Gesamtentschuldungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028
- BaFin stellt Verschweigen von Finanzierungsrisiken fest
Der ursprüngliche Plan, mit dem Verkauf der Energietochter BayWa r.e. rund 1,7 Milliarden Euro einzusammeln, ist gescheitert. Jetzt soll der neuseeländische Obsthandelskonzern T&G Global die Finanzierungslücke zumindest teilweise schließen — und BayWa Zeit kaufen.
Obsthandel statt Solarparks
T&G Global ist kein kleines Randgeschäft: Der Konzern mit rund 1.600 Mitarbeitenden vermarktet Äpfel, Tomaten, Zitrusfrüchte und Blaubeeren in mehr als 60 Ländern, arbeitet mit über 800 unabhängigen Erzeugern zusammen und erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar. BayWa hält eine Mehrheitsbeteiligung von rund 74 Prozent.
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Das Unternehmen ist offiziell zum Verkauf gestellt. Die Investmentbank Craigs Investment Partners prüft strategische Alternativen, das Kaufinteresse potenzieller Erwerber soll hoch sein. Insidern zufolge könnten rund 300 Millionen Euro aus dem Verkauf zur Entschuldung beitragen.
Zum Vergleich: Das Gesamtentschuldungsziel liegt bei 4 Milliarden Euro bis 2028 — bislang stehen knapp 33 Prozent auf der Habenseite, maßgeblich durch den Verkauf der Handelstochter Cefetra, der Bankverbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro tilgte.
Warum das Energiegeschäft die Pläne zerstörte
Die Energiesparte BayWa r.e. sollte das Herzstück der Sanierung sein. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen — insbesondere in den USA, wo die Tochter 2024 allein 534,7 Megawatt verkaufte — drücken die erzielbaren Verkaufspreise erheblich. Positive operative Ergebnisse werden nun frühestens ab 2027 erwartet, ein bereinigtes EBITDA-Ziel von gut 140 Millionen Euro erst für diesen Zeitraum angepeilt. Der Planungshorizont für einen Verkauf verschiebt sich auf 2030.
Parallel schrumpft der Konzern auch intern: Bis 2027 sollen rund 1.300 Stellen wegfallen, in der zentralen Verwaltung etwa 40 Prozent der Arbeitsplätze. 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen werden geschlossen, der Umsatz bis 2028 auf rund 10 Milliarden Euro zurückgefahren.
Die Prognose für 2026 wurde komplett gestrichen. Der Jahres- und Konzernabschluss 2025 verzögert sich voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026.
Banken, Ermittlungen, BaFin
Das Management verhandelt mit den Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 — ohne sie fehlt jeder Überbrückungsspielraum. Spätestens dann muss ein vollständig überarbeitetes Sanierungskonzept auf dem Tisch liegen, das ohne die ursprünglich kalkulierten Milliarden aus der Energiesparte auskommt.
Zusätzlich belastet: Die BaFin stellte fest, dass BayWa im Jahresabschluss 2023 wesentliche Finanzierungsrisiken verschwiegen hatte — darunter Bedingungen eines Milliardenkredits und Refinanzierungsrisiken von Anleihen. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter den früheren Vorstandschef Marcus Pöllinger.
Am 26. März legt BayWa die Q4-Zahlen vor. Sie werden erstmals das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte beziffern — und dürften maßgeblich beeinflussen, ob die Gläubigerbanken bereit sind, den angepassten Sanierungskurs mitzutragen.
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