BayWa Aktie: T&G-Verkauf soll 300 Millionen bringen
Der Verkauf der Obsttochter T&G Global soll BayWa entlasten, doch ein Schuldenberg von 5,4 Milliarden Euro bleibt bestehen.

- Goldman Sachs sucht Käufer für T&G Global
- Schuldenlast von rund 5,4 Milliarden Euro
- Entscheidende Zustimmung der Banken ausstehend
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 18 Prozent
Der Verkauf einer neuseeländischen Obsthandelstochter soll BayWas Restrukturierung voranbringen. Das Problem: Selbst wenn der Deal klappt, bleibt ein Schuldenberg von rund 5,4 Milliarden Euro — und die wichtigsten Entscheidungen stehen noch aus.
Goldman Sachs sucht Käufer für T&G Global
Seit März 2026 sucht Goldman Sachs im Auftrag von BayWa einen Käufer für den 74-prozentigen Anteil an T&G Global. Die neuseeländische Obsthandelstochter vermarktet Apfelmarken wie Envy und Jazz in über 60 Ländern und erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar. Zuletzt kehrte T&G mit einem Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück — der Verkauf ist also kein Notverkauf einer angeschlagenen Einheit, sondern Teil des strukturellen Umbaus.
BayWa peilt einen Erlös von rund 300 Millionen Euro an. Als Interessenten gelten Private-Equity-Firmen wie Roc Partners oder Paine Schwartz. Allerdings stockt der Prozess: Ein Minderheitsaktionär aus Hongkong, der knapp ein Fünftel der Anteile hält, bremst die Verhandlungen. T&G Global selbst bestätigte die Goldman-Mandatierung, betonte jedoch, dass noch keine Entscheidung über einen Verkauf gefallen sei.
300 Millionen gegen vier Milliarden
Selbst ein erfolgreicher Verkauf würde die strukturelle Schieflage kaum beheben. Bis 2028 muss BayWa insgesamt vier Milliarden Euro entschulden. Bisherige Transaktionen, darunter der Cefetra-Verkauf, haben Haftungsreduzierungen von 1,3 Milliarden Euro gesichert. Der entscheidende Posten fehlt jedoch: Ein geplanter Teilverkauf der Erneuerbaren-Energien-Tochter BayWa r.e. hätte bis zu 1,7 Milliarden Euro einbringen können — der Deal scheiterte, nachdem die USA Anfang 2025 Subventionen für erneuerbare Energien strichen.
Das spiegelt sich im Kurs wider. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 18 Prozent verloren und notiert mit 13,75 Euro deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 16,67 Euro.
Banken, Bilanzen, Klagen
Das Schicksal des Sanierungsplans hängt an zwei Großbanken. DZ Bank und HVB müssen einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zustimmen — ohne ihre Zustimmung verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Plan seine rechtliche Grundlage. Bayerische Volks- und Raiffeisenbanken haben von einem Schuldscheindarlehen bereits 60 Prozent abgeschrieben; im Extremfall droht ein Totalausfall.
Eine belastbare Zahlenbasis fehlt bis auf Weiteres. Den testierten Konzernabschluss für 2025 erwartet BayWa erst im vierten Quartal 2026.
Hinzu kommen juristische Risiken. Die Tübinger Kanzlei TILP wirft BayWa vor, Aktionäre und den Kapitalmarkt über kursrelevante Tatsachen getäuscht zu haben — betroffen seien Käufer der Aktie zwischen Januar 2022 und Januar 2026. Ferner steht Abschlussprüfer PwC im Fokus, der für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilte, ohne auf existenzgefährdende Risiken hinzuweisen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Umbau von Vorstand bis Aufsichtsrat
Parallel läuft der Governance-Umbau. Drei Aufsichtsratssitze auf Kapitalseite werden neu besetzt, nachdem Michael Höllerer, Monika Hohlmeier und Monique Surges ihre Mandate niedergelegt haben. Ab 2028 gilt ein rotierendes Wahlsystem mit verkürzten Amtszeiten von vier statt fünf Jahren; der Schwellenwert für zustimmungspflichtige Vorstandsgeschäfte wurde bereits gesenkt.
Operativ hat der Vorstand die Prognose für 2026 gestrichen. Das EBITDA-Ziel für 2027 liegt bei rund 140 Millionen Euro. Bis 2028 soll aus dem heutigen 24-Milliarden-Euro-Konzern ein auf Agrar- und Baustoffhandel fokussiertes Unternehmen mit rund 10 Milliarden Euro Umsatz werden — rund 1.300 Stellen sollen wegfallen. Ob dieser Plan trägt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Kernbanken im Herbst 2026 mitziehen und der testierte Jahresabschluss eine tragfähige Basis liefert.
BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 29. April liefert die Antwort:
Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




