BayWa Aktie: Zäsur auf allen Ebenen
Der Konzern erlebt einen tiefgreifenden Umbruch mit CEO-Rücktritt, Aufsichtsratswechsel und einer verbleibenden Sanierungslücke von 2,7 Milliarden Euro. Die anstehenden Q4-Zahlen sollen Klarheit über die Akzeptanz des neuen Kurses bringen.

- CEO Frank Hiller legt Amt sofort nieder
- Drei Aufsichtsratsmitglieder treten bis Mai zurück
- Sanierungsziel von 4 Mrd. Euro zu einem Drittel erreicht
- Q4-Zahlen offenbaren Ausmaß der Energiesparten-Abschreibungen
Drei Tage bis zu den Q4-Zahlen, ein scheidender CEO, drei abtretende Aufsichtsräte und noch 2,7 Milliarden Euro Sanierungslücke: BayWa erlebt gerade eine Zäsur, die weit über die übliche Restrukturierungsroutine hinausgeht.
Am 26. März veröffentlicht der Konzern seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2025. Die Zahlen sollen das genaue Ausmaß der Abschreibungen in der Energiesparte offenlegen — und zeigen, ob die Gläubigerbanken bereit sind, den überarbeiteten Sanierungskurs mitzutragen. Parallel dazu hat das Management die Jahresprognose für 2026 komplett gestrichen. Der Jahresabschluss 2025 verschiebt sich voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026.
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Führung und Aufsichtsrat im Umbruch
CEO Dr. Frank Hiller hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Sein Vertrag läuft formal bis Ende Juli 2026. Gleichzeitig vollzieht BayWa einen tiefgreifenden Umbau im Aufsichtsrat: Monika Hohlmeier (CSU) und Michael Höllerer von der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien legen ihre Mandate per Ende März nieder, Monique Surges folgt Ende Mai. Die Rücktritte sollen auf Druck von Anteilseignern und Sanierern zustande gekommen sein. Hohlmeier, seit 2013 im Gremium, stand dabei besonders in der Kritik — ihr Sitz wurde mit politischer Nähe zum früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Nüssel begründet.
Die drei freien Sitze sollen zeitnah neu besetzt werden, mit Blick auf Kompetenzen in Landwirtschaft, Handel, Digitalisierung und Vertrieb. Strukturell zieht der Aufsichtsrat die Zügel an: Die Genehmigungsschwelle für Geschäfte sinkt von 200 auf 50 Millionen Euro. Ab 2028 gilt ein rotierendes Wahlsystem, bei dem jährlich zwei Mitglieder neu gewählt werden und die Amtszeit von fünf auf vier Jahre sinkt.
Sanierungsziel zu einem Drittel erreicht
Seit 2025 hat BayWa die Schuldenlast um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert — bei einem Gesamtziel von vier Milliarden Euro bis 2028. Zwei Drittel des Weges liegen noch vor dem Konzern. Als zentrales Hindernis gilt die veränderte US-Energiepolitik, die die erzielbaren Verkaufspreise für die Tochter BayWa r.e. erheblich drückt.
Ein nächster konkreter Schritt im Entschuldungsprozess ist der geplante Verkauf der neuseeländischen Tochtergesellschaft T&G Global, die auf rund 300 Millionen Euro geschätzt wird. Bis Herbst verhandelt das Management mit den Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung, um Zeit für ein vollständig neues Sanierungskonzept zu gewinnen. Bis 2027 sollen zudem rund 1.300 Stellen abgebaut werden, rund 40 Prozent davon in der zentralen Verwaltung.
Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 30 Prozent auf Jahressicht deutlich unter Druck — und der RSI von knapp 30 signalisiert, dass der Titel in stark überverkauftem Terrain liegt. Die Q4-Zahlen am 26. März werden zeigen, ob das überarbeitete Sanierungskonzept bei den Gläubigerbanken Rückhalt findet.
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