BayWa Aktie: Zäsur naht

Der BayWa-Konzern muss sein zentrales Entschuldungskonzept überarbeiten, da der geplante Verkauf der Energiesparte deutlich weniger Erlös bringt. Der Vorstandsvorsitzende tritt zurück.

Die Kernpunkte:
  • Gescheitertes Sanierungskonzept für BayWa r.e.
  • CEO Frank Hiller legt Amt mit sofortiger Wirkung nieder
  • Lücke von 2,7 Milliarden Euro im Entschuldungsplan
  • Stellenabbau und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor — und die Erwartungen könnten kaum angespannter sein. Erstmals werden die Abschreibungen bei der Energiesparte BayWa r.e. in konkreten Zahlen sichtbar. Das ursprüngliche Sanierungskonzept ist gescheitert, die Jahresprognose vollständig gestrichen.

BayWa r.e.: Das Herzstück des Sanierungsplans wackelt

Das Kernproblem sitzt tief. Der Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung an BayWa r.e. sollte bis Ende 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen — das war der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Entschuldungsplans. Dieser Erlös ist nicht mehr zu erzielen. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere in den USA, drücken die erzielbaren Preise erheblich. Allein 2024 hatte die Tochter dort 534,7 Megawatt verkauft.

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Per Ad-hoc-Mitteilung vom 11. März räumte der Vorstand ein, mit „signifikant geringeren Gesamterlösen“ zu rechnen. Der neue Mittelfristplan sieht ab 2027 zwar weiterhin positive operative Ergebnisse vor — das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 liegt nun bei gut 140 Millionen Euro, für 2030 bei rund 150 Millionen Euro. Der Planungshorizont verschiebt sich damit um zwei Jahre.

Sanierungslücke, Stellenabbau, Ermittlungen

Beim Gesamtsanierungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 klafft derzeit eine Lücke von rund 2,7 Milliarden Euro — erst 33 Prozent sind erreicht. Der Verkauf der Getreidehändlerin Cefetra brachte zwar direkt 125 Millionen Euro in die Kasse, der größere Effekt liegt jedoch in der Bilanzbereinigung: Bankverbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro verschwanden durch die Entkonsolidierung aus den Büchern. Seit 2025 reduzierte der Konzern seine Schuldenlast damit um rund 1,3 Milliarden Euro. Als nächstes steht der Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global an, der Insidern zufolge rund 300 Millionen Euro einbringen könnte.

Operativ vollzieht BayWa einen tiefgreifenden Rückbau: Bis 2027 sollen rund 1.300 Stellen wegfallen, 26 Niederlassungen schließen, der Konzernumsatz bis 2028 auf rund 10 Milliarden Euro sinken.

Parallel laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I gegen frühere Führungskräfte, darunter Ex-CEO Marcus Pöllinger, wegen des Verdachts der Untreue. Die Prüfungsarbeit von PwC, das für die betreffenden Abschlüsse ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte, steht ebenfalls unter Beschuss. CEO Dr. Frank Hiller legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder und scheidet Ende Juli 2026 endgültig aus. Die Genehmigungsschwelle für Geschäfte durch den Aufsichtsrat wurde von 200 auf 50 Millionen Euro gesenkt.

Herbst 2026 als eigentliche Bewährungsprobe

Die Q4-Zahlen am 26. März sind nur die erste Hürde. Der vollständige Jahresabschluss 2025 dürfte sich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern. Spätestens dann, wenn die angestrebte Stillhaltevereinbarung mit Kernbanken und Hauptaktionären ausläuft, muss das Management ein vollständig überarbeitetes Sanierungskonzept vorlegen — eines, das die korrigierte Bewertung von BayWa r.e. und die Bereitschaft der Finanzierungspartner zur Neuverhandlung bereits einpreist.

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