BayWa: Drei Aufsichtsräte treten zurück

Der Agrarriese BayWa kämpft mit BaFin-Rüge, Aktionärsklagen und einer Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • BaFin rügt Lücken im Lagebericht
  • Aktionäre bereiten Schadensersatzklagen vor
  • Notverkauf der Neuseeland-Tochter geplant
  • Jahresprognose für 2026 gestrichen

Der Münchner Agrarkonzern BayWa ringt an gleich mehreren Baustellen um Stabilität. Neben dem massiven Restrukturierungsdruck formiert sich nach einer formellen Rüge der Finanzaufsicht BaFin nun eine juristische Front. Aktionäre bereiten Schadensersatzklagen vor, während die bisherigen Wirtschaftsprüfer ins Visier der Aufsicht geraten.

BaFin-Rüge und Prüfer-Aus

Die BaFin moniert gravierende Lücken im Lagebericht 2023. Das Management hatte wesentliche Bedingungen eines milliardenschweren Bankenkredits unerwähnt gelassen. Auch Hinweise auf Refinanzierungsrisiken einer Anleihe über 500 Millionen Euro fehlten im Abschluss. Auf dieser Basis sammelt die Tübinger Kanzlei TILP nun geschädigte Anleger für mögliche Klagen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BayWa?

Parallel dazu gerät die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC unter Druck. Sie hatte dem fehlerhaften Abschluss ein uneingeschränktes Testat erteilt. Nun ermittelt die Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas. BayWa hat die Zusammenarbeit bereits beendet und prüft eigene Schadenersatzansprüche.

Die juristische Eskalation zieht personelle Konsequenzen nach sich. Im Aufsichtsrat legten Monika Hohlmeier und Michael Höllerer ihre Mandate nieder, Monique Surges folgt Ende Mai. Um die interne Kontrolle zu verschärfen, senkte das Gremium die Schwelle für zustimmungspflichtige Geschäfte drastisch von 200 auf 50 Millionen Euro.

Umbau und Notverkäufe

Das eigentliche Schicksal des Konzerns entscheidet sich allerdings bei den Gläubigern. Verlängern die Kernbanken DZ Bank und HVB ihre Stillhaltevereinbarung nicht bis Herbst 2026, verliert das Sanierungskonzept seine rechtliche Basis. Aktuell klafft dort eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro.

Um Liquidität zu beschaffen, forciert das Management Notverkäufe. Goldman Sachs sucht Käufer für die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global. Als Interessenten für den Mehrheitsanteil gelten Private-Equity-Firmen wie Roc Partners. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro.

Bis Investoren ein klares Bild der Gesamtlage erhalten, vergehen Monate. Die Erstellung des Jahresabschlusses 2025 verschiebt sich wegen nötiger Neubewertungen der Energietochter voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026. Im gleichen Schritt strich der Vorstand die Jahresprognose für das laufende Jahr komplett.

Verzögerte Bilanzen belasten den Kurs

Die anhaltende Unsicherheit spiegelt sich auf dem Kurszettel wider. Mit einem aktuellen Niveau von 14,35 Euro hat das Papier seit Jahresbeginn über 14 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch ist der Titel mittlerweile rund ein Drittel entfernt.

In den kommenden Wochen rücken die laufenden Bankgespräche in den Mittelpunkt. Der Genossenschaftsverband Bayern empfahl seinen Primärbanken kürzlich weitere Wertberichtigungen auf ein bestehendes Schuldscheindarlehen. Bereits im Vorjahr mussten die Geldgeber 60 Prozent des 220 Millionen Euro schweren Kredits abschreiben. Eine belastbare Einigung mit den Kernbanken ist zwingend erforderlich, bevor im vierten Quartal überhaupt testierte Zahlen vorgelegt werden können.

BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 26. April liefert die Antwort:

Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BayWa