BayWa: Gewinnmitteilung am 6. Mai erwartet
Gegen BayWa laufen Ermittlungen wegen Kapitalmarkttäuschung, während ein Bilanzverlust von 971 Millionen Euro die Eigenkapitalsituation drastisch verschlechtert.

- Sammelklagen wegen angeblicher Täuschung
- Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Vorstände
- Bilanzverlust von über 971 Millionen Euro
- Umsatzrückgang um 22 Prozent in neun Monaten
Ein BaFin-Rüge, Staatsanwaltschaft München I, ein laufendes Verfahren gegen den Wirtschaftsprüfer — für die BayWa AG verdichten sich die rechtlichen Risiken in einem Tempo, das selbst hartgesottene Aktionäre aufhorchen lässt. Der Kurs schloss am Freitag bei 14,40 Euro, rund 33 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Kapitalmarkttäuschung als Vorwurf
Die Kanzlei TILP bereitet Sammelklagen gegen BayWa vor. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe Investoren über wesentliche Risiken im Unklaren gelassen. Konkret geht es um den Lagebericht 2023, in dem Details zu einem Milliardenkredit sowie Refinanzierungsrisiken einer Anleihe über 500 Millionen Euro offenbar fehlten — was die BaFin offiziell beanstandete. Aktionäre, die zwischen Januar 2022 und Januar 2026 BayWa-Aktien gekauft haben, könnten Schadensersatz fordern.
Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen die früheren Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger wegen Untreue und vorsätzlich falscher Darstellung von Liquiditätsrisiken. Obendrein hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas ein Verfahren gegen PwC eingeleitet. Der Wirtschaftsprüfer hatte für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt — trotz offenbar existenzgefährdender Risiken im Konzern.
Bilanzverlust ohne Eigenkapital
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahresabschluss 2024 wies BayWa einen Bilanzverlust von über 971 Millionen Euro aus. Das Eigenkapital war vollständig aufgebraucht, der nicht gedeckte Fehlbetrag lag bei mehr als 380 Millionen Euro.
In den ersten neun Monaten 2025 brach der Konzernumsatz um 22 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro ein. Ein Kurs, der seit Jahresbeginn rund 14 Prozent verloren hat und mit annualisierter Volatilität von fast 58 Prozent notiert, spiegelt diese Unsicherheit wider.
Was am 6. Mai zählt
Die Baader Bank hatte im Oktober 2025 ein Kursziel von 9,00 Euro ausgegeben — also deutlich unter dem aktuellen Niveau. Das impliziert weiteres Abwärtspotenzial, sollten die am 6. Mai 2026 erwarteten Geschäftszahlen keine klare Trendwende signalisieren. Entscheidend wird sein, ob BayWa eine belastbare Aussage zur Eigenkapitalsituation und zum Fortgang der Restrukturierung liefern kann — oder ob die laufenden Ermittlungen das Bild weiter trüben.
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