BBVA Aktie: Rendite top, Kurs flop
Spaniens schwächerer Zinsertrag belastet die Reaktion auf BBVAs Quartalszahlen trotz kräftiger Gewinne und hoher Kapitalrendite.

- Quartalsgewinn steigt um 14,4 Prozent
- Spanischer Nettozinsertrag wächst um 2,3 Prozent
- Mexiko bleibt größter Gewinnbringer
- BBVA zahlt 0,37 Euro Zwischendividende
Rekordrendite, kräftiges Kreditwachstum, und trotzdem rutscht die Aktie ab: Nach den Zahlen zum dritten Quartal verlor BBVA am Donnerstag zeitweise mehr als fünf Prozent. Der Markt schaut offenbar weniger auf die Gesamtbilanz als auf eine Schwachstelle im Heimatmarkt.
Starke Zahlen, ein Dämpfer
Der Nettogewinn lag im Quartal bei 3,015 Milliarden Euro, ein Plus von 14,4 Prozent zum Vorjahr in konstanten Wechselkursen. Gegenüber dem zweiten Quartal ging er leicht zurück. Für die ersten neun Monate summiert sich der Gewinn auf 9,066 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite auf das materielle Kapital (ROTE) erreicht 22,0 Prozent, europäische Wettbewerber kommen im Schnitt auf 15,6 Prozent.
Das Kreditbuch wuchs um mehr als 20 Prozent, der Zinsüberschuss legte binnen eines Quartals um 5,7 Prozent zu.
Genau hier setzt die Kritik an. Die Analysten von Jefferies bezeichneten die Entwicklung in Spanien als enttäuschend, der Nettozinsertrag habe die Erwartungen verfehlt. Er wuchs dort nur um 2,3 Prozent. Der Gesamtsektor belastete zusätzlich: Der europäische Bankenindex gab am Vormittag um 0,7 Prozent nach, auch ING verlor.
Mexiko und Südamerika tragen
Das Wachstum kommt vor allem aus dem Ausland. Mexiko bleibt mit 1,517 Milliarden Euro Gewinn der größte Ergebnisbringer, die Kredite legten dort um 12,0 Prozent zu. Südamerika steigerte den Gewinn um 64 Prozent, getrieben von Kolumbien und Argentinien. Die Türkei trug 258 Millionen Euro bei.
Die Kapitalbasis bleibt solide. Die harte Kernkapitalquote lag Ende September bei 12,21 Prozent und damit über der Zielspanne von 11,5 bis 12,0 Prozent. Sie sank allerdings um 20 Basispunkte, weil das starke Kreditwachstum die risikogewichteten Aktiva erhöhte.
Ausschüttungen und Ziele
Im Oktober zahlte BBVA eine Rekord-Zwischendividende von 0,37 Euro je Aktie. Parallel läuft die zweite Tranche des außerordentlichen Aktienrückkaufs über eine Milliarde Euro, Teil eines Programms von zwei Milliarden Euro. Für 2025 bis 2028 hat die Bank Ausschüttungen von 36 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Die Mittelfristziele bestätigte das Management als „im Plan“. Bis September 2026 summierte sich der Gewinn seit 2025 auf 19,6 Milliarden Euro, das Vierjahresziel liegt bei rund 48 Milliarden Euro. Zugleich soll die Kosten-Ertrags-Quote von zuletzt 37,9 Prozent bis 2028 auf etwa 35 Prozent sinken.
Ob die Anleger den Zinsertrag in Spanien als Ausrutscher werten, zeigen die Zahlen der kommenden Quartale. Mit einer Quote von 22 Prozent und einer Kapitalquote über Ziel hat BBVA aber genug Puffer, um Ausschüttungen und Wachstum parallel zu finanzieren.
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