BCE Aktie: 52,5 Milliarden für KI-Rechenzentrum

Der kanadische Telekommunikationskonzern BCE treibt seine Neuausrichtung auf die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Infrastruktur mit einem beispiellosen Investitionsprojekt voran. Zu Beginn der Woche kündigte das Unternehmen eine massive Erweiterung seines „Bell AI Fabric“-Rechenzentrumsprojekts in der Provinz Saskatchewan an.

Das Vorhaben sieht ein Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 52,5 Milliarden kanadischen Dollar vor und stellt die größte Kapitalinvestition in der Geschichte dieser Provinz dar. Trotz dieser strategischen Weichenstellung schloss das Papier gestern mit einem Abschlag von 2,5 Prozent bei 19,81 Euro.

Infrastruktur-Hub mit eigener Energieversorgung

Kern der Ankündigung ist der Ausbau der Kapazitäten in Saskatchewan auf einen Hub mit einer Gesamtleistung von 1,2 Gigawatt. Während 300 Megawatt aus dem bestehenden Provinznetz bezogen werden sollen, plant Bell Canada die zusätzliche Kapazität von 900 Megawatt durch den Bau eines eigenen Erdgaskraftwerks bereitzustellen. Dieses Kraftwerk wird nach dem „Bring Your Own Power“-Prinzip der Provinz vollständig vom Unternehmen finanziert und betrieben.

Die Dimensionen des Vorhabens erstrecken sich auch auf den Arbeitsmarkt. Medienberichten zufolge soll der Betrieb des Rechenzentrums und der Energieanlagen rund 500 Dauerarbeitsplätze schaffen. Weitere 3.000 Stellen könnten in den Bereichen Logistik, Sicherheit und Instandhaltung entstehen.

Am Hauptsitz der „Bell AI Fabric“ sind zudem rund 100 Managementpositionen vorgesehen. Mit diesem Schritt festigt BCE seine Rolle als Infrastrukturdienstleister jenseits des klassischen Mobilfunk- und Festnetzgeschäfts.

Dividende und Analystenkonferenzen im Fokus

Parallel zu den Ausbauplänen bestätigte das Board von BCE gestern die Quartalsdividende für die Stammaktien. Die Ausschüttung in Höhe von 0,4375 US-Dollar pro Aktie soll am 15. Oktober an die Anteilseigner ausgezahlt werden, die zum Handelsschluss des gestrigen Dienstags als Aktionäre registriert waren. Damit hält der Konzern an seiner bisherigen Ausschüttungspolitik fest, während er gleichzeitig die massiven Investitionen in Saskatchewan vorbereitet.

Die Konzernführung nutzt die aktuelle Woche zudem für einen intensiven Austausch mit dem Kapitalmarkt. Nachdem CEO Mirko Bibic bereits am Donnerstag in New York auf einer Medien- und Entertainment-Konferenz der Bank of America sprach, präsentierte CFO Curtis Millen am gestrigen Dienstag die Strategie des Hauses auf einer Technologietagung von BMO in Toronto.

Diese Auftritte finden in einer Phase statt, in der die Aktie mit einem Abstand von rund 14 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 22,99 Euro notiert.

Finanzielle Prognosen bleiben stabil

An seinen finanziellen Zielen für das laufende Geschäftsjahr hält BCE fest. Das Unternehmen hatte bereits am 6. August die Zielvorgaben für 2026 bestätigt, die ursprünglich im Februar veröffentlicht und im März angepasst worden waren. Die damalige Aktualisierung berücksichtigte bereits die erwarteten finanziellen Auswirkungen der ersten 300-Megawatt-Phase des Projekts in Saskatchewan.

Die hohe Kapitalintensität der nun angekündigten 900-Megawatt-Erweiterung sorgt am Markt allerdings für Gesprächsstoff. Während die langfristige Positionierung im KI-Sektor von Beobachtern als notwendig erachtet wird, rückt die Finanzierung der Kraftwerks- und Serverinfrastruktur in den Fokus der Anleger.

Dennoch zeigt die Bestätigung der Prognosen, dass das Management die kurzfristigen Belastungen durch den Infrastrukturausbau im Rahmen des bestehenden Finanzplans sieht. Mit der aktuellen Marktkapitalisierung von umgerechnet 18,82 Milliarden Euro bleibt BCE einer der gewichtigsten Akteure im nordamerikanischen Telekommunikations- und Datensektor.

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