BCE Aktie: National Bank senkt Kursziel

National Bank Financial reduziert das Kursziel auf 36 kanadische Dollar; Bells KI-Vorhaben hängen teils noch von Zusagen und Genehmigungen ab.

Die Kernpunkte:
  • National Bank Financial senkt Kursziel auf 36 CAD
  • Einstufung bleibt weiterhin „Outperform“
  • Bell und Cisco vereinbaren KI-Infrastruktur-Absicht
  • Saskatchewan-Projekt mit bis zu 1,2 Gigawatt geplant

Die Aktie des kanadischen Telekommunikationskonzerns BCE steht an den Märkten weiterhin unter Druck. Am Donnerstag senkte das Analysehaus National Bank Financial das Kursziel für die Aktie von 38 auf 36 kanadische Dollar. Die Einstufung beließen die Analysten zugleich auf „Outperform“. Damit signalisieren die Experten trotz der jüngsten Zielmarkenanpassung weiterhin relatives Vertrauen in die langfristigen Aussichten des Konzerns.

Für Anleger kommt der Schritt in einer ohnehin angespannten Marktphase. BCE notiert im europäischen Handel aktuell bei 17,70 Euro. Erst am Freitag markierte der Titel ein neues 52-Wochen-Tief bei 17,54 Euro, womit der Kurs derzeit nur 0,9 Prozent über diesem Tiefststand rangiert.

Strategische Initiativen im KI-Sektor

Ungeachtet der verhaltenen Kursentwicklung forciert das Unternehmen den strategischen Umbau seiner Netz- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Bell Canada, die zentrale Telekommunikationstochter von BCE, vereinbarte Ende September eine Absichtserklärung mit dem Technologiekonzern Cisco.

Ziel der Kooperation ist der gemeinsame Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur für kanadische Organisationen. Bell bringt dabei seine Rechenzentren, Netzwerkkapazitäten sowie operative Plattformen ein, während Cisco KI-, Sicherheits- und Netztechnologien beisteuert. Finanzielle Einzelheiten dieser Vereinbarung machten die beteiligten Unternehmen nicht öffentlich.

Ergänzend dazu unterzeichnete Bell vor gut drei Wochen eine unverbindliche Absichtserklärung mit der Regierung von Saskatchewan. Das Vorhaben sieht einen potenziellen Ausbau zu einem KI-Infrastruktur-Hub mit einer Kapazität von bis zu 1,2 Gigawatt vor.

Dieses Projekt ist getrennt von einer bereits im Bau befindlichen 300-Megawatt-Anlage zu sehen. Die tatsächliche Umsetzung der Erweiterung bleibt an mehrere Bedingungen geknüpft, darunter verbindliche Kundenzusagen, kommerzielle Vereinbarungen sowie behördliche Genehmigungen.

Vertrauenssignal aus dem Führungsgremium

Parallel zu den operativen Weichenstellungen gab es zuletzt auch Aktivitäten aus dem Kreis der Unternehmensführung. Medienberichten zufolge erwarb BCE-Director Louis Vachon am 18. September ein Aktienpaket von 10.000 Stück.

Der Kaufpreis lag bei 30,63 kanadischen Dollar je Anteilsschein. Derartige Zukäufe aus der Führungsriege werden an den Finanzmärkten aufmerksam registriert, da sie oft als Zeichen des persönlichen Vertrauens in die Werthaltigkeit des Unternehmens gewertet werden.

Klarheit über die unmittelbare finanzielle Entwicklung dürften die anstehenden Geschäftszahlen bringen. BCE wird seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 turnusgemäß am 5. November 2026 präsentieren. Bis zu dieser Veröffentlichung dürfte die Frage im Vordergrund stehen, wie schnell die angekündigten Partnerschaften und Infrastrukturprojekte zur operativen Ertragsstärke beitragen können.

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